Ernüchterung nach Höhenflug: US-Börsen erleben Rückschlag
Nach einem fulminanten Wochenbeginn an der Wall Street folgte am Dienstag die Ernüchterung. Neue US-Inflationszahlen konnten kaum Impulse setzen, und der Leitindex Dow Jones Industrial schloss mit einem Minus von 0,80 Prozent bei 49.191,99 Punkten. Am Vortag hatte der Index noch eine Bestmarke von 49.633 Punkten erreicht.
Der S&P 500 verzeichnete einen Rückgang um 0,19 Prozent und schloss bei 6.963,74 Zählern. Auch der Nasdaq 100 der Technologiebörse musste mit einem leichten Minus von 0,18 Prozent bei 25.741,95 Punkten nachgeben. Marktteilnehmer spürten Unsicherheit, befeuert durch die jüngsten Forderungen von Präsident Donald Trump. Er schlug unter anderem vor, Kreditkartenzinsen auf 10 Prozent zu deckeln und Unternehmen im Verteidigungssektor an Dividenden- und Aktienrückkäufen zu hindern.
Als erster großer Akteur eröffnete JPMorgan die Quartalsberichtssaison. Die Übernahme der Apple-Kreditkarten von Goldman Sachs führte zu einem Gewinnrückgang, der die Aktien um 4,2 Prozent fallen ließ, obwohl Bankchef Jamie Dimon überraschend optimistische Pläne vorstellte. Unterdessen konfrontiert Apple den Softwarepionier Adobe sowie Musik-App-Entwickler mit einem attraktiven Abo-Angebot, was Adobe-Aktien um 5,4 Prozent drückte, während Apple leicht um 0,3 Prozent zulegte.
Die Aktien von Mastercard und Visa gerieten durch Trumps Zinsvorschläge unter Druck und verloren jeweils zwischen 3,8 und 4,5 Prozent. Meta sah sich gezwungen, in seiner verlustreichen Sparte Reality Labs umfassende Stellenkürzungen anzukündigen, woraufhin die Aktie um 1,7 Prozent nachgab.
Positiv überraschte Boeing, die nach einer Krise wieder mehr Flugzeuge auslieferten und so die Aktie um 2,0 Prozent steigen ließen. Auch Intel und AMD konnten mit Zugewinnen von 7,3 bzw. 6,4 Prozent glänzen, nachdem Keybanc Capital Markets beide auf 'Overweight' hochgestuft hatte. Dagegen fiel die Aktie von Delta Air Lines um 2,4 Prozent, bedingt durch eine als vorsichtig betrachtete Gewinnprognose für 2026.
Das Sorgenkind im Dow war Salesforce, das trotz einer innovativen Produktnachricht einen Kursrückgang von 7,1 Prozent hinnehmen musste. Die Ankündigung einer Weiterentwicklung des KI-Slackbots konnte Anleger nicht überzeugen.

