Ernüchterung im Mittelstand: Kritik an der Bundesregierung wächst
Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland zeigen sich zunehmend unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) mangelt es knapp zwei Dritteln der Befragten an Vertrauen in die Regierung, die notwendigen politischen Rahmenbedingungen für eine wirtschaftliche Trendwende zu schaffen. Besonders ernüchternd erscheint, dass ganze 79 Prozent der mittelständischen Betriebe kein ernsthaftes Engagement der schwarz-roten Koalition für die Anliegen des Mittelstands erkennen können.
Christoph Ahlhaus, der Bundesgeschäftsführer des BVMW, drückte die Enttäuschung der Unternehmer aus: Der erhoffte Aufbruch nach der Bundestagswahl sei ausgeblieben. Er fordert den Bundeskanzler auf, die Besetzung seines Teams zu überdenken, um Vertrauen zurückzugewinnen. Als konkretes Beispiel nannte er die Mittelstandsbeauftragte Gitta Connemann, die in der Branche kaum wahrgenommen wird.
Erstaunliche 75 Prozent der Unternehmer haben von ihr bislang nichts gehört, und weitere 18 Prozent sehen keinen positiven Beitrag ihrerseits für die mittelständische Wirtschaft. Zudem zeichnen die Unternehmer ein düsteres Bild für das laufende Jahr: Eine überwältigende Mehrheit von 81 Prozent erwartet keinen nennenswerten Aufschwung. Zukunftsdebatten in Form weiterer Wirtschaftsgipfel stoßen weitgehend auf Ablehnung. Ganze 83 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die wesentlichen Probleme bekannt sind und es nun an der Zeit ist, zu handeln, statt weiter zu debattieren.
Dieser Einblick in die Stimmungslage des Mittelstands beruht auf einer Online-Umfrage des BVMW, bei der zwischen dem 22. und 29. Januar insgesamt 1.175 Mitglieder befragt wurden.

