Ernüchterung bei Hellofresh: Währungsdruck und Prognosekorrekturen belasten
Für Hellofresh, den Berliner Kochboxenversender, verlief die vergangene Woche alles andere als erfreulich. Umsatzzahlen und zükünftige Geschäftsentwicklungen gerieten ins Straucheln, nicht zuletzt aufgrund der robusten Eurostärke, die dem Unternehmen in die Suppe spuckt.
Trotz eines zügig verlaufenden Sparprogramms unter der Führung von CEO Dominik Richter und einer kräftigen Aufstockung des Aktienrückkaufprogramms, verließen die Anleger den MDax-Vertreter in Scharen: Der Aktienkurs sackte am Donnerstag um bemerkenswerte 15 Prozent ab. Die derzeitige Situation verdeutlicht die Abhängigkeit von Wechselkursen, da auch der australische und kanadische Dollar im Vergleich zum Euro unter Druck geraten sind.
Dies führte zu einer spürbaren Anpassung der Ertragsprognosen für 2025, insbesondere im Bereich der Fertiggerichte, die nicht den erhofften Erfolg verbuchten. Während der Ausblick der Umsatzentwicklung jetzt einen Rückgang von sechs bis acht Prozent in Aussicht stellt, erlebte der Umsatz im zweiten Quartal einen Rückgang von 1,9 auf 1,7 Milliarden Euro.
Die Freude über eine leichte Verbesserung des währungsbereinigten operativen Ergebnisses (Ebitda) auf 158,5 Millionen Euro konnte nur bedingt die gedämpfte Stimmung einfangen. Analysten wie Jo Barnet-Lamb von UBS und Marcus Diebel von JPMorgan zeigten sich skeptisch bezüglich der Stabilität des Geschäftsmodells und nahmen die Herausforderungen des Unternehmens genau unter die Lupe.
Deutlich wird, dass Hellofresh sich mitten in einer Transformationsphase befindet, in der es nicht nur auf währungsbedingte Erschütterungen reagieren muss, sondern auch strategische Entscheidungen bezüglich seines Marktplatzes und seiner Wachstumspläne treffen muss. Ob das Aktienrückkaufprogramm zur Unterstützung des Kurses und die Sparmaßnahmen ausreichen, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, bleibt abzuwarten.

