Ernüchterung an den US-Börsen: Arbeitsmarktdaten dämpfen Zinssenkungs-Fantasien

Die US-Börsen erlebten am Dienstag einen Rückschlag, da sich im Handelsverlauf die Verluste ausweiteten. Marktteilnehmer zeigten sich ernüchtert angesichts der gemischten Arbeitsmarktdaten für Oktober und November, was Hoffnungen auf kurzfristige Zinssenkungen der Federal Reserve dämpfte. Diese widersprüchlichen Signale ließen die Marktakteure vorsichtig agieren, während nun die Inflationsdaten in den Fokus rücken, die am Donnerstag für den Monat November erwartet werden und als entscheidender Impulsgeber für die Märkte gelten.
Der Dow Jones, der erst am Freitag ein Rekordhoch von 48.887 Punkten erreichte, fiel um 0,8 Prozent auf 48.013 Punkte. Der S&P 500 verlor 0,7 Prozent und landete bei 6.767 Punkten, während der Nasdaq 100 um 0,4 Prozent auf 24.958 Zähler zurückging. Besonders der techniklastige Nasdaq hatte in den letzten Handelstagen unter Gewinnmitnahmen gelitten, da Investoren sich aufgrund der Bewertungssorgen über KI-Aktien vermehrt Standardwerten zuwandten.
Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung im Januar wird aktuell bei 24 Prozent gesehen. Obwohl Experten auf eine Abschwächung des Arbeitsmarktes hinweisen, die Zinssenkungen rechtfertigen könnte, bleiben die Erwartungen angesichts widersprüchlicher Signale zurückhaltend. Laut Kay Haigh von Goldman Sachs Asset Management wird die Fed den Arbeitsmarktdaten aufgrund der kürzlichen Regierungsturbulenzen möglicherweise weniger Gewicht beimessen.
Im Dow Jones war Merck & Co mit einem Rückgang von 2,5 Prozent das Schlusslicht. Die Aktien wurden durch Äußerungen des Konkurrenten Pfizer belastet, dessen Papiere um 5,1 Prozent nachgaben, nachdem der Konzern ein nur geringes Umsatzwachstum für das nächste Jahr prognostizierte. Der Autobauer Ford kündigte eine Restrukturierung seines verlustbehafteten Elektroauto-Segments an, was zu einer Abschreibung von 19,5 Milliarden Dollar führt, trotz besserer Aussichten für den operativen Gewinn im laufenden Jahr.
Im Bereich der "Magnificent 7" stiegen die Aktien von Meta und Tesla jeweils um 0,9 Prozent, während Nvidia um 0,7 Prozent gewann und Microsoft geringfügig um 0,2 Prozent zulegte. Alphabet verzeichnete mit einem Minus von 1,1 Prozent den größten Verlust, während Amazon und Apple jeweils um 0,1 Prozent nachgaben.

