Erneute Zollsorgen belasten europäischen Aktienmarkt
Am Dienstag wurden die europäischen Aktienmärkte erneut von wirtschaftlichen Unsicherheiten erschüttert, die von den am Wochenende wieder aufgeflammten Zollsorgen herrührten. Der Dax erlebte eine deutliche Korrektur und fiel um 1,03 Prozent auf 24.703,12 Punkte zurück, nachdem er in der Vorwoche ein Rekordhoch von 25.507 Punkten erreicht hatte. Auch der MDax der mittelgroßen Börsenwerte zeigte eine schwache Leistung und fiel um 1,86 Prozent auf 30.803,23 Punkte. Der EuroStoxx 50 verlor 0,57 Prozent und entfernte sich damit weiter von seinem jüngsten Rekordstand.
US-Präsident Donald Trumps Ankündigung von Strafzöllen gegen acht europäische Nato-Länder, darunter Deutschland, trübte die Marktstimmung erheblich. Diese Maßnahme, die im Rahmen des Grönland-Konflikts angekündigt wurde, könnte die Zölle weiter erhöhen, falls kein Abkommen zustande kommt. Besonders hart traf dies Autowerte und Technologiewerte, welche europaweit unter Druck gerieten. Der Auto-Branchenindex fiel erneut, wobei Mercedes und VW jeweils mehr als ein Prozent verloren.
Die Analystin Christine Romar von CMC Markets bemerkte, dass das geopolitische Chaos die Investoren in einen "Risk-off"-Modus versetze, wobei der vermeintlich sichere Hafen Gold weiterhin bevorzugt werde. Trotz der gestiegenen Nachfrage nach dem Euro aufgrund von Kapitalflucht aus den USA, stehen deutsche Exporteure unter Druck. In den USA selbst verzeichneten die wichtigen Indizes Dow Jones Industrial, S&P 500 und Nasdaq 100 ebenfalls Verluste von mehr als einem Prozent.
Beata Manthey von der Citigroup sieht die transatlantische Spannungen als hinderlich für die erwartete Gewinnbelebung europäischer Unternehmen an. Sie hat ihre Markteinschätzung für Aktien aus Kontinentaleuropa auf "neutral" herabgestuft und äußert sich besonders skeptisch gegenüber der Auto- und Chemiebranche.
Die Lage wird laut Marina Zavolock von Morgan Stanley zwar erschwert, doch betont sie, dass dies Europas Bestrebungen nach Eigenständigkeit stärken könnte. Auf der positiven Seite stiegen die Aktien von Qiagen stark an, da der Labordienstleister strategische Optionen, möglicherweise auch einen Verkauf, prüft. Anders erging es Fresenius Medical Care, die um drei Prozent fielen, und Carl Zeiss Meditec, die aufgrund gesenkter Erwartungen um 5,5 Prozent abrutschten. Schließlich verbuchte auch Hypoport im SDax aufgrund einer rückläufigen Nachfrage nach Immobilienkrediten einen Verlust von 16,7 Prozent.

