Ermittlungen gegen Tengelmann-Chef: Vorwurf der Falschaussage
Dem Geschäftsführer der Tengelmann-Gruppe, Christian Haub, wird im Zusammenhang mit dem rätselhaften Verschwinden seines Bruders und ehemaligen Tengelmann-Chefs, Karl-Erivan Haub, in den Schweizer Alpen, eine möglicherweise unwahre Versicherung an Eides statt vorgeworfen. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Köln jüngst mit. Die Anschuldigungen, die gegen ihn im Raum stehen, seien jedoch von Christian Haub energisch zurückgewiesen worden.
Die Ermittlungen wurden auf Grundlage einer eingereichten Strafanzeige aufgenommen, welche die Korrektheit einer eidesstattlichen Versicherung, die Christian Haub im Mai 2021 vor dem Amtsgericht Köln abgegeben hatte, in Frage stellt. Diese Versicherung soll laut Anzeige teilweise fehlerhaft gewesen sein, mit dem Hinweis, dass Christian Haub bewusst darüber gewesen sein könnte, dass sein Bruder möglicherweise noch am Leben ist. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer betonte allerdings, dass derzeit keine Anzeichen vorliegen, welche die bereits ergangene Todeserklärung von Karl-Erivan Haub umstoßen könnten.
Die Kölner Staatsanwaltschaft hebt hervor, dass keine neuen Beweise dafür vorliegen, dass Karl-Erivan Haub, der als einer der vermögendsten Deutschen gilt, das Datum seiner Todeserklärung überlebt haben könnte. Insofern steht ihm weiterhin die Unschuldsvermutung zu. Sein Anwalt Mark Binz stellte klar, dass die Ermittlungen zu Unrecht aufgenommen worden seien, eine Ansicht, die laut Binz auch die Staatsanwaltschaft bis vor einigen Wochen teilte.
Nach Karl-Erivan Haubs ungeklärtem Verschwinden während einer Skitour im Gebiet des Klein Matterhorns im April 2018 und der anschließenden Übernahme der Geschäftsführung durch seinen Bruder Christian Haub gehört die Tengelmann-Gruppe weiterhin zu den Schwergewichten der deutschen Handelslandschaft, mit erfolgreichen Firmen wie der Textilkette Kik und der Baumarktkette Obi in ihrem Portfolio. (eulerpool-AFX)

