Erbe im Hopfennebel: Familienbrauerei Veltins vor Gericht
Der Name Veltins steht Pate für eines der bekanntesten Biere Deutschlands, doch in der zugehörigen Familienbrauerei brodelt es gewaltig – zumindest auf rechtlichem Terrain. Carl Clemens Veltins, Abkömmling der traditionsreichen Brauerfamilie, fand keine Gnade vor dem Landgericht, als seine Klage im langjährigen Erbstreit endgültig scheiterte. Grund seines Anstoßes: die offizielle Enterbung durch seine Mutter zugunsten der beiden Schwestern, die ihm den millionenschweren Familienanteil vorenthalten.
Während das Gericht bestätigte, dass auch die Enterbung eines Kindes respektiert werden muss, erwiesen sich potenzielle Forderungen auf einen Pflichtteil als lang verjährt. Die entsprechende Frist war bereits 30 Jahre nach dem Tod der Mutter abgelaufen, was die Richterin unmissverständlich klarstellte.
Nicht zuletzt empfand Veltins den Preis der gerichtlichen Niederlage als schmerzlich, denn allein für die Aufnahme des Prozesses musste er satte 360.000 Euro hinterlegen. Die Gerichtsverhandlung verlief allerdings ohne Beisein der Schwestern Susanne und ihrer Mitstreiterin, die sich lieber den aktuellen Erfolgen der Brauerei widmen. Mit aktuellem Umsatz von rund 460 Millionen Euro und Rang drei auf der Rangliste der meistgetrunkenen Biersorten ist die Brauerei wirtschaftlich gefestigt und hält Krombacher und Bitburger stand.
Carl Clemens Veltins sah sich indes als Opfer einer familialen Intrige und prangerte rigoroses Verhalten seiner Mutter an. Trotz emotionaler Aussagen, die auf unfreiwillige Unterschriften und Alkoholkonsum verwiesen, konnte das Gericht der Argumentation nicht folgen.
Ob das letzte Bier im kolossalen Erbschaftsstreit getrunken ist, bleibt ungewiss. Die Option, beim Oberlandesgericht Berufung einzulegen, steht nach wie vor im Raum.

