Epstein-Skandal erschüttert britische Politik: Rücktritt von Premier Starmers Stabschef
Der Skandal um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zieht erneut weite Kreise und erreicht nun auch den engsten Zirkel des britischen Premierministers Keir Starmer. Peter Mandelson, ein ehemaliger Wirtschaftsminister mit Verbindungen zu Epstein, ist zum Dreh- und Angelpunkt einer Affäre geworden, die nun zu prominenten Rücktritten in der britischen Politik führt. Im Zentrum steht der am Sonntag verkündete Rücktritt von Morgan McSweeney, Starmers langjährigem Stabschef, der maßgeblich an der Ernennung Mandelsons zum Botschafter in den USA beteiligt war.
In einer veröffentlichten Erklärung, die von der BBC verbreitet wurde, übernahm McSweeney vollumfänglich die Verantwortung für die 'falsche Entscheidung', Mandelson zu ernennen. Die Vorwürfe gegen Mandelson, der aufgrund der Epstein-Verbindungen bereits im letzten Jahr wichtige Ämter abgeben musste, beinhalten die Weitergabe sensibler Informationen während der Finanz- und Wirtschaftskrise, was nun auch die Ermittlungen der britischen Polizei auf den Plan gerufen hat. Die Feierlaune in den Reihen der Labour-Partei scheint jedenfalls getrübt, da sich selbst eigene Parteimitglieder von Starmer distanzieren.
Der Druck auf den Premier ist unerbittlich. Während die Opposition, angeführt von Grünen-Chef Zack Polanski, den Rücktritt Starmers fordert, wird auch innerhalb der Labour-Partei Kritik laut. Die Entscheidung, Mandelson trotz seiner bekannten Verbindungen zu Epstein zu ernennen, wird als 'katastrophales Fehlurteil' beschrieben. Die angespannte Lage führt zu der Frage, ob der Rücktritt McSweeneys tatsächlich zur Entlastung des Premiers beiträgt oder, im Gegenteil, seine Position noch weiter schwächt.
Langjährige Weggefährten bemängeln den Verlust eines entscheidenden Beraters, auf den sich Starmer stets verlassen konnte. Die konservative Oppositionsführerin Kemi Badenoch zog in einem sozialen Netzwerk über Starmer her und warf ihm vor, die Verantwortung für seine Entscheidungen fortwährend abzuschieben. McSweeneys Abschiedsworte, die die unbeirrte Entschlossenheit Starmers hervorheben, klingen zwar ehrenvoll, aber ob sie ausreichen, um den Premier in der gegenwärtigen Krise zu stabilisieren, bleibt fraglich.

