Eon im Aufwind: Investitionen beleben das Geschäftsjahr
Der deutsche Energieriese Eon stellt sein Können unter Beweis und zeigt sich im ersten Halbjahr 2025 mit einer signifikanten Steigerung seiner Investitionen. Das Unternehmen hat 3,2 Milliarden Euro in den Ausbau des Energienetzes gesteckt, was einem Anstieg um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders beeindruckend ist der Zuwachs der Netzinvestitionen, die um stolze 20 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gesteigert wurden. Finanzchefin Nadia Jakobi betont, dass diese Investitionen maßgeblich zum Wachstum des Ergebnisses beigetragen haben. Ein Plus an durchgeleiteten Mengen trug ebenfalls zur positiven Entwicklung bei, was auch am Aktienmarkt bemerkbar war: Der Kurs von Eon legte um gut 1 Prozent zu.
Betrachtet man den Kursverlauf seit Jahresbeginn, so verzeichnet die Eon-Aktie einen Anstieg von über 40 Prozent – ein beeindruckender Wert, der im Vergleich zum Dax fast doppelt so hoch ist. Dabei darf nicht vergessen werden, dass das Unternehmen Anfang des Jahres mit Rückschlägen zu kämpfen hatte. Ein unglückliches Gerichtsurteil kompromittierte die Hoffnungen der Energienetzbetreiber auf regulierte Renditen. Schon 2024 erlitten diese Unternehmen vor Gericht einen Rückschlag. Dennoch erzielte die Aktie im Vergleich zum Vorjahr ein stattliches Plus von nahezu 30 Prozent, während der Dax mit einem Zuwachs von 36 Prozent etwas vorne liegt.
Eons bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg im ersten Halbjahr um 13 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro, wobei das operative Ergebnis im Netzgeschäft über 20 Prozent zulegte. Dieses Segment, das stark von staatlichen Vorschriften beeinflusst wird, trägt den Löwenanteil der Konzernergebnisse. Derweil musste der Vertrieb ein Minus von 8 Prozent hinnehmen, bedingt durch die gestiegene Zahl von Festverträgen in Großbritannien. Das Geschäft mit Großkunden wuchs um ein Drittel, obwohl es das kleinste Segment im Eon-Konzern darstellt.
Die Analysten bewerten die veröffentlichten Zahlen als erwartungsgemäß und erwähnen potenzielle wertneutrale Timing-Effekte, die Aufwärtspotenzial für die Jahresprognose bergen könnten. Eon plant, von 2024 bis 2028 rund 43 Milliarden Euro zu investieren, allein in diesem Jahr sind 8,6 Milliarden Euro vorgesehen. Vorstandschef Leonhard Birnbaum peilt für 2025 ein operatives Ergebnis von 9,6 bis 9,8 Milliarden Euro an.
Zukünftige regulatorische Rahmenbedingungen stehen im zweiten Halbjahr vermehrt im Zentrum der Aufmerksamkeit, da Eons Ertragskraft eng an die Zinssätze gekoppelt ist, die von der Bundesnetzagentur festgelegt werden. Die Energiewende erfordert hohe private Investitionen und ein unterstützendes Regulierungssystem, betont Birnbaum. Die Bundesnetzagentur hingegen warnt, dass die Verzinsung von Privathaushalten und Unternehmen tragbar sein muss.

