Enttäuschende Oracle-Ergebnisse belasten Aktienkurs trotz starkem Jahresverlauf
Die Ergebnisse des US-amerikanischen Softwaregiganten Oracle haben bei den Anlegern für ernüchternde Stimmung gesorgt. Nachdem die Aktie in den vergangenen Tagen eine beachtliche Kurserholung hingelegt hatte, verzeichnete sie im vorbörslichen US-Handel am Dienstag einen Rückgang von 8,5 Prozent und fiel auf 174 US-Dollar.
Oracle konnte im zweiten Geschäftsquartal, das Ende November endete, seinen Umsatz dank Cloud-Diensten und Rechenleistungsgeschäften um knapp neun Prozent steigern. Die Cloud-Erlöse erhöhten sich dabei um rund ein Viertel. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verbesserte sich um zehn Prozent, blieb jedoch hinter den Erwartungen der Analysten zurück.
Für das laufende Quartal prognostiziert Oracle ein Umsatzwachstum von etwa acht Prozent und ein Ansteigen der Cloud-Erlöse um rund 24 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 1,47 und 1,51 Dollar liegen, was ebenfalls unter den Vorhersagen der Analysten liegt.
Laut Analyst Brent Thill von Jefferies hat Oracle die sehr hohen Erwartungen nicht erfüllen können, obwohl der Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr positiv bewertet wird. Um weitere Kursgewinne zu erzielen, müssten der Auftragsbestand und das Cloud-Wachstum stärker anziehen, so Thill weiter.
Mark Murphy von JPMorgan hob hervor, dass die Buchungen von Kunden zuletzt nicht so stark gestiegen seien und das Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorquartal nur um einen Prozentpunkt zugelegt habe. Insgesamt bewertete er die Quartalsbilanz als 'verhalten'.
UBS-Analyst Karl Keirstead erklärte den signifikanten Kursrückgang der Oracle-Aktie mit dem Fehlen positiver Überraschungen in den aktuellen Zahlen. Oracle bringt derzeit rund 500 Milliarden Dollar auf die Marktkapazitätswaage, während SAP umgerechnet etwa 300 Milliarden Dollar auf die Börsenwaage bringt.
Zu den wohlhabendsten Menschen der Welt zählt Oracle-Gründer Larry Ellison, dessen Vermögen auf rund 200 Milliarden Dollar geschätzt wird.

