Ende einer Ära: Evergrande verabschiedet sich von der Börse
Die turbulente Geschichte des einst größten Immobilienentwicklers Chinas, Evergrande, erlebt ein weiteres dramatisches Kapitel: Nach einem Jahrzehnt beispiellosen Wachstums und einer ebenso spektakulären Krise wurde der Konzern von der Börse Hongkong ausgeschlossen. Dieses Schicksal ereilte Evergrande, nachdem das Unternehmen eine wichtige Frist zur Wiedererlangung seiner Handelstätigkeit verpasst hatte – ein Paukenschlag für den angeschlagenen Baukollos.
Bereits seit Ende Januar 2024 waren die Aktien des Unternehmens vom Handel ausgesetzt, nachdem ein Hongkonger Gericht auf Klagen ausländischer Gläubiger hin die Zerschlagung des Konzerns beschlossen hatte. Die immensen Schulden von rund 300 Milliarden US-Dollar, die das Unternehmen aufgetürmt hatte, erwiesen sich als unüberwindbares Hindernis. Einst der Stolz der Bauindustrie, trägt Evergrande nun das ungeliebte Etikett als Symbol für die anhaltende Immobilienkrise Chinas.
Ursprünglich im Glanz der großen Bauprojekte und des unaufhaltsam wachsenden Markts erstrahlend, hatte Evergrande beeindruckende Zahlen vorgelegt und zehntausende von Immobilien entwickelt. Doch strenge Kreditregulierungen der Zentralregierung führten ab 2020 zu Liquiditätsengpässen und schließlich zur Unfähigkeit, bestehende Projekte zu vollenden. Diese Situation erzeugte Wut und Enttäuschung bei den Käufern, während gegen Firmenchef Hui Ka Yan strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet wurden. Letztlich wurde ihm durch die Börsenaufsicht ein lebenslanges Handelsverbot auferlegt.

