Eli Lilly punktet im Abnehmekampf dank Zepbound-Erfolg
Der Pharmariese Eli Lilly hat im hitzigen Wettstreit mit Novo Nordisk um effektive Adipositas-Behandlungen einen eindrucksvollen Erfolg erzielt. In einer Phase-III-Studie erreichten Probanden unter Einsatz von Lillys Abnehmtherapie Zepbound (Tirzepatid) 47 % mehr relativen Gewichtsverlust im Vergleich zur Behandlung mit Novos Wegovy (Semaglutid).
Der Markt für Medikamenten zur Gewichtsreduktion wächst rasant, mit Prognosen von GlobalData, dass der Adipositas-Markt bis 2031 auf 37,1 Milliarden US-Dollar anwachsen wird. Novo Nordisk und Lilly dominieren diesen Bereich, wobei Novo zunächst mit seinen Semaglutid-Varianten die Vorreiterrolle innehatte.
In den ersten drei Quartalen dieses Jahres erzielte Zepbound über 3 Milliarden US-Dollar Umsatz. Novo Nordisk konnte im gleichen Zeitraum mit seinem Adipositas-Portfolio, bestehend aus Wegovy und Saxenda (Liraglutid), rund 43,7 Milliarden DKK bzw. 6,17 Milliarden US-Dollar einnehmen. Zusätzlich brachte Lillys Tirzepatid-Marke Mounjaro, die zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt wird, 8,01 Milliarden US-Dollar in den ersten drei Quartalen 2024 ein.
Nach der Veröffentlichung dieser Ergebnisse stieg die Lilly-Aktie um etwa 2,5 % im heutigen Handel. Mit einem aktuellen Marktwert von 750,9 Milliarden US-Dollar bleibt der Konzern eine treibende Kraft im Biopharmasektor.
Die offene Phase IIIb SURMOUNT-5-Studie, bei der 751 übergewichtige oder adipöse Teilnehmer mit mindestens einer Begleiterkrankung wie Bluthochdruck, Dyslipidämie, Schlafapnoe oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingeschlossen wurden, zeigte beeindruckende Ergebnisse. Nach 72 Wochen verloren die Teilnehmer mit Zepbound durchschnittlich 22,8 kg im Vergleich zu 15 kg in der Wegovy-Gruppe.
Während 31,6 % der Zepbound-Gruppe mindestens 25 % Körpergewicht reduzierten, gelang dies nur 16,1 % in der Wegovy-Gruppe. Die berichteten Nebenwirkungen waren bei beiden Therapieformen ähnlich und überwiegend auf leichte bis mittelschwere Magen-Darm-Probleme beschränkt. Lilly plant, die detaillierten Studienergebnisse auf einer wissenschaftlichen Konferenz zu präsentieren.
Neben Eli Lilly und Novo Nordisk arbeiten zahlreiche weitere Unternehmen an Adipositas-Therapien. Amgen meldete kürzlich in einer Phase-II-Studie mit seiner Therapie MariTide (Maridebart Cafraglutid) einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 20 %. Auch Roche veröffentlichte im Mai positive Daten aus einer Phase-Ib-Studie für sein Prüfpräparat gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes, CT-388.

