Einzelhandelsumsätze im Juli enttäuschen: Ein unerwarteter Rückgang
Der deutsche Einzelhandel hat das zweite Halbjahr mit unerwartet schlechten Zahlen begonnen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sanken die preisbereinigten Umsätze im Juli um 1,5 Prozent. Eine Überraschung für die Analysten, die nach einem Anstieg von 1,0 Prozent im Juni mit einer stabilen Entwicklung gerechnet hatten. Besonders betroffen ist der Bereich Internet- und Versandhandel, der einen Umsatzeinbruch von preisbereinigt 3,8 Prozent verzeichnete. Auch der Lebensmitteleinzelhandel schwächelt und trägt mit einem Minus von 1,8 Prozent zur negativen Gesamtlage bei.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, bleibt pessimistisch in Bezug auf die kommenden Monate. Er rechnet nicht mit einer Erholung des privaten Konsums und verweist auf die zunehmende Sparneigung der Deutschen angesichts schwacher Konjunkturaussichten. Gitzel weist zudem darauf hin, dass Ausgaben vermehrt in Richtung Urlaub gelenkt werden, während bei Lebensmitteln und anderen Gütern gespart wird. Dies wird die Umsätze im Einzelhandel auch in der zweiten Jahreshälfte weiterhin belasten.

