Eingetrübter Jahresauftakt für die US-Wirtschaft: Außenhandel und Konsum im Fokus
Nach einem dynamischen Schlussquartal 2023 zeigt sich die Konjunktur der größten Volkswirtschaft der Welt zum Jahresbeginn 2024 nun von einer weniger erfreulichen Seite. Das US-Handelsministerium hat in seiner zweiten Schätzung bekannt gegeben, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal im Jahresvergleich um 0,2 Prozent gesunken ist. Ursprünglich war ein Rückgang von 0,3 Prozent angegeben worden, was die Erwartungen vieler Volkswirte nicht bestätigen konnte, die mit einer Standfestigkeit der ersten Zahl gerechnet hatten.
Ein besonders markantes Merkmal der aktuellen Wirtschaftslage ist die aggressive Zollpolitik der Trump-Administration. Obwohl sich ihre Auswirkungen erst später zeigen könnten, entschieden sich US-Unternehmen bereits vor den jüngsten Zollankündigungen für eine Erhöhung ihrer Importe, um Unsicherheiten zu begegnen. Diese Importe erhöhten sich überraschend kräftig um 42,6 Prozent, was das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal erheblich beeinflusste und den Außenhandel um fast fünf Prozentpunkte belastete.
Auffällig ist auch der Rückgang im privaten Konsum, dessen jährliche Rate mit 1,2 Prozent das geringste Wachstum seit Mitte 2023 verzeichnete. Die Investitionen brachten hingegen eine leichte positive Korrektur der BIP-Zahlen mit sich, hatten diese doch einen höheren Anstieg als zunächst vermutet. Ein vergleichender Blick nach Europa zeigt zudem methodische Differenzen auf, da die US-Zahlen annualisiert werden, also auf das Jahr hochgerechnet sind. Dies führt zu einer unterschiedlichen Interpretationsweise, da in Europa auf diese Methode verzichtet wird.

