Ein Stimmungswandel: Deutschlands wechselhafter Blick auf die USA und die Sicherheitspolitik
Eine jüngste Umfrage des Allensbach-Instituts, durchgeführt im Auftrag des Centrums für Strategie und Höhere Führung, beleuchtet einen signifikanten Wandel in der Wahrnehmung der USA durch die Menschen in Deutschland seit 2024. Während Anfang des Jahres fast zwei Drittel der Befragten die Vereinigten Staaten als größte Bedrohung für den Weltfrieden sehen, waren es im Vorjahr noch 46 Prozent. Vor zwei Jahren empfanden lediglich 24 Prozent der deutschen Bevölkerung die USA als Bedrohung.
Interessant ist die Einschätzung der militärischen Hilfsbereitschaft der USA in einem Krisenfall in Europa: Nur 32 Prozent der Deutschen vertrauen darauf, dass die USA einem europäischen NATO-Mitglied zu Hilfe eilen würden, falls notwendig.
Die Umfrage zeigt, dass die Bedrohungswahrnehmung durch Russland nach dem Ukraine-Krieg konstant extrem hoch bleibt; 81 Prozent betrachten Russland als größte Gefahr für den Weltfrieden. Auch China wird von 46 Prozent der Deutschen als potenzielles Risiko angesehen.
Unterdessen befasst sich der Sicherheitsreport 2026 auch mit der Einschätzung der Kriegsgefahr für Deutschland selbst. Nur drei Prozent halten einen Krieg für sehr wahrscheinlich, jedoch sieht mehr als ein Viertel (28 Prozent) ein solches Szenario als "eher wahrscheinlich" an. Im Gegenteil dazu lehnen 40 Prozent die Idee als unwahrscheinlich ab.
Bemerkenswert ist, dass mehr als zehn Prozent der Befragten bereits erwogen haben, Deutschland im Falle eines Krieges zu verlassen. Knapp die Hälfte der Deutschen würde jedoch mit Sicherheit bleiben.
Schließlich zeigt die Umfrage, dass die Angst vor Terroranschlägen gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, während das Thema innere Sicherheit unterschiedlich bewertet wird. 36 Prozent glauben, dass es für die aktuelle Regierung eine größere Rolle spielt als zuvor, während 44 Prozent keinen Unterschied erkennen.

