Ein Million Euro für entscheidende Hinweise: Der Staat im Kampf gegen Extremismus
In einer bemerkenswerten Aktion hat der deutsche Staat eine Belohnung von bis zu einer Million Euro für Hinweise ausgeschrieben, die zur Aufklärung eines Brandanschlags auf die Berliner Stromversorgung führen könnten. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) haben die außergewöhnlich hohe Belohnung als Signal für die Dringlichkeit der Ermittlungen angekündigt.
Am 3. Januar hatten Unbekannte durch einen mutmaßlich linksextremistisch motivierten Anschlag mehrere Starkstromkabel in Berlin schwer beschädigt, was zur Folge hatte, dass 45.000 Haushalte im Südwesten der Hauptstadt tagelang ohne Strom auskommen mussten. Die Frist für den Zeugenaufruf endet am 24. Februar, und das Bundeskriminalamt sowie der Generalbundesanwalt setzen auf die Mithilfe der Bevölkerung.
Die Ermittlungen liegen derzeit bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, nachdem ein Bekennerschreiben einer sogenannten „Vulkangruppe” eingegangen ist. Diese Gruppierung soll seit 2011 immer wieder Anschläge auf die öffentliche Infrastruktur in Berlin und Brandenburg verübt haben.
Innenminister Dobrindt betonte, dass die Sicherheitsbehörden den Linksextremismus stets im Auge gehabt haben, jedoch unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt wurden. Er kündigte eine verstärkte Beobachtung des linksextremistischen Spektrums durch das Bundesamt für Verfassungsschutz an, und versicherte zugleich, dass keine Abstriche bei der Überwachung von islamistischen und rechtsextremistischen Bedrohungen gemacht würden.

