Ein Königreich für zwanzig Euro – Das absurd faire Preisschild von Hollow Knight: Silksong
Inmitten des fast schon meditativen Schweigens, das die schier endlose Entwicklung von Hollow Knight: Silksong umgibt, hat nun ein vorzeitiger Fauxpas für einen gewaltigen Paukenschlag gesorgt. Während die Fangemeinde jede noch so kleine Information aufsaugt wie ein trockener Schwamm, listete die amerikanische Handelskette GameStop für einen kurzen Augenblick die digitale Version für die Nintendo Switch zum Vorverkauf – und enthüllte dabei einen Preis, der so manchen die Augen reiben ließ. Die Listung wurde zwar umgehend wieder entfernt, doch der Geist war aus der Flasche. Ein konkreter Kostenpunkt für eines der am sehnlichsten erwarteten Spiele des Jahrzehnts lag plötzlich auf dem Tisch.
Die Bestätigung des Unglaublichen
Team Cherry hüllte sich wie gewohnt in stoisches Schweigen und kommentierte den Vorfall nicht. Doch die Gerüchteküche brauchte keine offizielle Bestätigung, denn kurz darauf meldete sich der als äußerst zuverlässig geltende Leaker billbil-kun auf der Plattform Dealabs zu Wort. Er bestätigte nicht nur die Legitimität des von GameStop genannten Preises von 19,99 US-Dollar, sondern legte sogar noch nach. Dieser Betrag soll demnach auch für die PC-Version auf Steam gelten, was stark auf eine einheitliche Preisgestaltung auf allen Plattformen zumindest in den Vereinigten Staaten hindeutet. Für europäische Fans wird es sogar noch eine Spur günstiger: Hier soll der finanzielle Obulus bei lediglich 19,50 € liegen.
Eine Philosophie der Bescheidenheit
Setzt man diesen Betrag in Relation, wird die eigentliche Sensation erst richtig deutlich. Der Vorgänger, Hollow Knight, ging seinerzeit für schmale 15 Dollar über die digitale Ladentheke. Angesichts des monumentalen Umfangs, der kostenlosen, riesigen Inhalts-Updates und des universellen Kritikerlobs empfanden unzählige Spieler diesen Preis schon damals als viel zu niedrig für das gebotene Meisterwerk. Dass Team Cherry für die Fortsetzung, deren Welt laut eigener Aussage „genauso groß oder größer“ als die des Erstlings sein wird, nur einen so geringen Aufschlag verlangt, ist mehr als nur eine Preisstrategie. Es ist ein klares Bekenntnis zu einer Philosophie, die dem Spielerlebnis einen unschätzbaren Wert beimisst, ohne dabei die Geldbörse der Fans zu plündern.
Ein Wert, der sich nicht in Zahlen misst
Während die Gaming-Welt über 70-Dollar-Titel und aggressive Monetarisierung debattiert, scheinen die Entwickler von Team Cherry in einer anderen Sphäre zu operieren. Die Nachricht, dass ein derart aufwendig produziertes und von Millionen herbeigesehntes Spiel zu einem Preis erscheint, der kaum über dem eines Kinotickets liegt, wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Wenn Hollow Knight: Silksong am 4. September seinen Weg auf alle gängigen Plattformen findet und obendrein vom ersten Tag an im Game Pass verfügbar sein wird, liefert das australische Indie-Studio nicht nur ein Spiel, sondern ein Statement. Es ist die Botschaft, dass wahre Größe und künstlerische Vision nicht zwingend ein Premium-Preisschild erfordern.

