Ehemaliger Anwalt der Schandtat: Betrug im Namen der Gerechtigkeit
Ein britischer Ex-Anwalt, der einst durch Klagen im Namen irakischer Zivilisten gegen britische Soldaten für Aufsehen gesorgt hatte, wurde nun wegen Betrugs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Phil Shiner, einst bekannt für seine rechtlichen Anfechtungen gegen das britische Verteidigungsministerium, musste sich in einem wahrhaft öffentlichen Spektakel vor Gericht verantworten.
Im September bekannte sich Shiner schuldig in drei Anklagepunkten des Betrugs, die mit Anträgen aus dem Jahr 2007 für öffentliche Mittel im Zusammenhang standen. Diese Mittel sollten zur Finanzierung von Klagen gegen das Verteidigungsministerium dienen. Seine juristischen Bemühungen mündeten in einer öffentlichen Untersuchung zu vermeintlichen Grausamkeiten britischer Truppen im Jahr 2004 nach einer Schlacht am Danny Boy-Kontrollpunkt im Süden des Irak. Diese Untersuchung konnte jedoch keine der schweren Vorwürfe bestätigen.
Die Vorwürfe gegen Shiner umfassten das Verschweigen wichtiger Informationen bei der Beantragung öffentlicher Gelder. Insbesondere hatte er einem Mittelsmann Zahlungen geleistet, um potenzielle Kläger zu akquirieren, was einen klaren Verstoß gegen die Vertragsbedingungen seiner Kanzlei darstellte. Am Dienstag erschien Shiner vor dem Southwark Crown Court in London, wo Richter Christopher Hehir eine zweijährige Freiheitsstrafe verhängte, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Bereits 2017 wurde Shiner als Anwalt ausgeschlossen. Richter Hehir erklärte, dass Shiner bereits den vollständigen beruflichen und persönlichen Niedergang erlebt habe und es nicht notwendig sei, diesem Leid eine sofortige Haftstrafe hinzuzufügen.

