E-Rezept als Wachstumstreiber: Redcare Pharmacy überrascht mit starkem Quartal
Die Online-Apotheke Redcare Pharmacy, bekannt unter dem Namen Shop Apotheke, hat im dritten Quartal von ihrem Engagement im Bereich des E-Rezepts in Deutschland profitiert. Mit einem beeindruckenden Anstieg des operativen Ergebnisses um rund 50 Prozent übertraf das Unternehmen die Erwartungen. Konzernchef Olaf Heinrich betonte die Zufriedenheit mit der Quartalsentwicklung und bestätigte sowohl die Jahresprognose als auch die längerfristigen Ziele. Obwohl die Aktie positiv reagierte, verlor sie schnell an Dynamik und notierte zuletzt leicht im Minus. Seit Jahresbeginn hatte das Papier rund 40 Prozent seines Wertes eingebüßt.
Branchenexperten beurteilen die Zahlen von Redcare größtenteils wohlwollend. Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies sieht in den Ergebnissen eine ermutigende Entwicklung, wenn auch ohne große Überraschungen. Analog bescheinigte Baader-Analyst Volker Bosse das Quartalsergebnis als positiv und hob hervor, dass das operative Ergebnis seine Erwartungen um zehn Prozent übertroffen habe. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte im vergangenen Quartal auf 17,1 Millionen Euro, was einer Steigerung der Marge auf 2,4 Prozent entspricht.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber war laut Heinrich der Geschäftsbereich für rezeptpflichtige Medikamente, der von verbesserten Skaleneffekten profitierte. Überdies machte Redcare Fortschritte auf internationaler Ebene und reduzierte seine operativen Verluste in mehreren europäischen Ländern auf eine halbe Million Euro. Auch die Kundenbasis wuchs und erreichte mit Ende des Quartals 13,7 Millionen aktive Nutzer. Besonders in Deutschland führte das E-Rezept zu einer Umsatzsteigerung, die von Analysten als Wendepunkt gewertet wurde, nachdem zuvor ein Abflauen zu verzeichnen war.
Analyst Comtesse sieht in der Bestätigung des Jahresausblicks ein positives Signal und unterstreicht die Notwendigkeit einer Beschleunigung im Schlussquartal, um die Wachstumsziele zu erreichen. Heinrich strebt für 2025 einen Umsatz von über 500 Millionen Euro mit E-Rezepten an, von denen bereits 348 Millionen nach drei Quartalen erreicht sind. Das neue Vertriebszentrum in Pilsen, Tschechien, wurde kürzlich eröffnet, was eine Erhöhung der europäischen Versandkapazität um 15 Millionen Bestellungen pro Jahr ermöglicht. Dadurch erwartet Redcare auch Kosteneinsparungen. Analyst Bosse sieht darin einen wichtigen Schritt, um das zukünftige Wachstum zu unterstützen.

