Dubai im Ausnahmezustand: Unwetter sorgt für Flugchaos
Über das Gewühl der Metropolen, die den Rhythmus des Luftverkehrs vorgeben, hat ein ungewöhnliches Wetterereignis in Dubai eine Welle von Störungen ausgelöst, die weit über die Stadtgrenzen hinaus zu spüren sind. Nachdem ein Rekordsturm in der Geschichte der Vereinigten Arabischen Emirate zu historischem Regenfall und Überflutungen kritischer Infrastrukturen führte, wurde der Luftverkehrsknotenpunkt Dubai in einer für den Ort untypischen Manier heimgesucht. Seit dem historischen Unwetter am Dienstag wurden Daten von Flightradar24 zufolge etwa eintausendeinhundertfünfundvierzig Flüge annulliert – das entspricht rund einem Drittel des Flugverkehrs, der üblicherweise über den Flughafen von Dubai abgewickelt wird. Trotz der fortschreitenden Normalisierung der Abläufe vor Ort, einschließlich der Inbetriebnahme der Terminals, die sowohl die Fluglinie Emirates als auch andere internationale Airlines bedienen, warnt der Betreiber des Flughafens, Paul Griffiths, vor anhaltenden Verspätungen. Reisenden wird geraten, sich nur im Falle einer bestätigten Flugoperation auf den Weg zum Flughafen zu begeben. Diese Anweisung scheint angesichts der online zirkulierenden Bilder von chaotischen Szenen am Flughafen angebracht. Zusätzlich betroffen vom Logistikdebakel sind Teilnehmer einer bedeutenden Kryptowährungskonferenz in Dubai, der Token2049, die von stundenlangen Wartezeiten und einem Mangel an Weitertransportmöglichkeiten berichten. Einige Gäste, die bereits am Wochenende ankamen, sahen sich mit verspäteten oder umgeleiteten Flügen konfrontiert, bedingt durch Luftraumschließungen während des militärischen Aufeinandertreffens zwischen Iran und Israel. Dubai, welches sich innerhalb der letzten 30 Jahre zu einem global dominierenden Luftverkehrsknotenpunkt entwickelte, erlebt nun die Kehrseite seiner rasanten Entwicklung. Mit der für April geplanten Flugkapazität für fast fünf Millionen Passagiere, die den Flughafen überflügelt, rankiert Dubai noch vor dem zweitgrößten internationalen Verkehrsknotenpunkt, dem Londoner Heathrow Flughafen, laut Auskunft des Branchendienstleisters OAG. Betrachtet man auch Inlandsflüge, belegt Dubai weltweit den zweiten Rang nach dem Atlanta Hartsfield-Jackson Flughafen. Dabei hat Emirates das Drehkreuz Dubai zur Drehscheibe für Transitaufenthalte auf Interkontinentalflügen ausgebaut – ein Modell, das auch von regionalen Konkurrenten wie Turkish Airlines und Qatar Airways übernommen wird. Eine Stellungnahme von Emirates liegt momentan noch nicht vor, allerdings vermeldete die Airline über soziale Medien, dass ab Donnerstagmorgen wieder Check-ins für Abflüge aus Dubai möglich seien. (eulerpool-AFX)

