Droht ein transatlantischer Handelskonflikt?
Die von US-Präsident Donald Trump angestrebten Zollerhöhungen könnten laut EU-Kommission schwerwiegende Folgen für den Handel zwischen Europa und den USA haben. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic erläuterte am Rande einer Ministertagung in Brüssel, dass die Einführung von Zöllen in Höhe von 30 Prozent oder mehr den transatlantischen Handel beinahe lahmlegen könnte.
Sefcovic warnte, dass derartige Zölle faktisch einem Handelsverbot gleichkämen und auf beiden Seiten des Atlantiks erhebliche negative Effekte auslösen würden. Um eine einvernehmliche Lösung bis Anfang August zu erarbeiten, beabsichtigt die EU, den Dialog mit den USA intensiv fortzuführen.
Dieses Datum markiert den Zeitpunkt, an dem Trump einen 30-Prozent-Zoll auf Importe aus der EU umsetzen möchte. Sollte keine Einigung erzielt werden, plant die EU, mit eigenen Gegenmaßnahmen zu agieren.
Im Falle weiterer Eskalation hat Trump angekündigt, auch diese mit zusätzlichen Zöllen zu belegen. Trump rechtfertigt seine Zollpolitik insbesondere mit dem US-Handelsdefizit, und laut aktuellen Eurostat-Daten erzielte die EU 2024 tatsächlich einen Handelsüberschuss von rund 198 Milliarden Euro im Warenverkehr mit den USA.
Doch im Bereich der Dienstleistungen zeigt sich ein anderes Bild: Hier weist die EU ein Handelsdefizit auf. Insgesamt verzeichnete die EU jedoch einen Überschuss von rund 50 Milliarden Euro.
Der transatlantische Handel mit Waren und Dienstleistungen erreichte 2024 ein Volumen von etwa 1,7 Billionen Euro, was die Partnerschaft zu einer der größten bilateralen Wirtschaftsbeziehungen der Welt macht.

