Drohnen-Strategie: Breuer setzt auf Unkonventionelles im Kampf gegen Luftbedrohungen
Generalinspekteur Carsten Breuer hat klargemacht, dass die Abwehr von Drohnen für die Bundeswehr höchste Priorität besitzt. Angesichts der russischen Drohnenangriffe auf die Ukraine betont er, dass die Kombination verschiedener Fähigkeiten entscheidend für eine wirksame Verteidigung ist: „Am Ende wird es wohl darauf hinauslaufen, Drohnen gegen Drohnen einzusetzen“, so Breuer. Die Einführung der sogenannten Loitering Munition, eine Art Kamikazedrohne, soll in der Bundeswehr noch in diesem Jahr einen Meilenstein erreichen.
Breuer hebt hervor, dass im engen Zeitrahmen sowohl der Einsatz dieser speziellen Munition als auch der gezielte Kampf Drone vs. Drone auf die Agenda gehören. Parallel dazu darf man andere Bedrohungen nicht außer Acht lassen. „Wir haben es immer noch mit Marschflugkörpern und Raketen zu tun“, mahnt der Generalinspekteur.
Die jüngsten Zwischenfälle, bei denen russische Drohnen in den polnischen Luftraum eindrangen und Kampfjets den estnischen Luftraum verletzten, verdeutlichen den Ernst der Lage. Ein konkretes Beispiel für die Nato-Bereitschaft liefert der Abschuss mehrerer russischer Drohnen durch die polnische Luftwaffe. Breuer sieht hierin eine Prüfung der Allianz: „Putin beobachtet, wie wir reagieren“. Doch mit Geschlossenheit und rascher Antwort habe das Bündnis Sicherheit bewiesen.
Die Frage nach Kostenoptimierung bleibt jedoch bestehen. „Können wir ein besseres Verhältnis von Kosten und Wirkung erreichen?“, fragt Breuer und verweist dabei auf die Rückkehr zu kostengünstigeren Luftabwehrsystemen wie Skyranger. Mit dem Konzept „drone as a service“ schlägt Breuer einen unkonventionellen Weg zur Sicherstellung von Drohnenverfügbarkeit vor. Dies vermeide das Risiko der Alterung von Waffensystemen in Lagerbeständen.
Zusätzlich fordert Bundesinnenminister Alexander Dobrindt eine stärkere Zusammenarbeit von polizeilichen und militärischen Abwehrkräften, um der Drohnenbedrohung effizienter zu begegnen. „Wir stehen in einem technologischen Wettlauf zwischen Drohnenbedrohungen und deren Abwehr“, so Dobrindt.

