Donald Trumps Zollschachzug: Handelsstreit mit der EU auf neuem Höhepunkt
US-Präsident Donald Trump bezeichnet es als einen „Befreiungstag“, doch für die Europäer bedeutet es eine Verschärfung des ohnehin angespannten Handelskonflikts: Trump plant, umfassende Zölle zu erheben. Diese Maßnahme zielt darauf ab, das Handelsungleichgewicht zwischen den USA und der Europäischen Union zu korrigieren.
Der Präsident betont, dass die USA mehr Waren als Dienstleistungen importieren und sieht die neuen Zölle als einen wichtigen Schritt, um die USA als Produktionsstandort zu stärken. Die geplante Ausweitung der Zölle steht im Einklang mit Trumps wiederholten Aussagen, wonach die USA sich anderen Ländern gegenüber benachteiligt fühlen – ein Umstand, der seiner Meinung nach durch wechselseitige Zölle behoben werden soll.
Am Montagabend erklärte Trump, dass kein Staat von den neuen Zöllen verschont bleiben soll. Man erwartet eine formelle Ankündigung im Rosengarten des Weißen Hauses, wo klare Richtlinien vorgestellt werden sollen, wen und was die Zölle treffen.
Diese neuen Schutzzölle fügen sich in eine Serie früherer Maßnahmen ein, wie Zölle auf Aluminium- und Stahlimporte, sowie Importzölle auf Autos und Autoteile aus China. Brüssel rechnet bereits mit pauschalen Zusatzzöllen für alle europäischen Importe – es wird von möglichen 20 bis 25 Prozent zusätzlich gesprochen.
Spezifische Branchen wie die Pharmabranche sehen sich bereits Jetzt schon zunehmenden Herausforderungen gegenüber, sollten die US-Zölle in dieser oder einer ähnlichen Höhe erhoben werden. Die deutschen Exportunternehmen stehen hier an vorderster Front, da die USA ein zentraler Markt für deutsche Produkte sind und ein bedeutender Handelsüberschuss besteht.
Die Möglichkeit eines umfassenden Handelskriegs löst Besorgnis aus. Die EU-Kommission zeigt sich gesprächsbereit, schließt jedoch Vergeltungsmaßnahmen nicht aus, sollten die USA auf ihre Drohungen bestehen.
Im Rahmen geplanter Gegenmaßnahmen könnten ab April erneut Sonderzölle auf bestimmte US-Produkte eingeführt werden, um zumindest in Teilen die Schutzzölle zu kontern. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnt vor steigenden Preisen und Risiken für den Arbeitsmarkt.
Große amerikanische Techkonzerne, die einen wichtigen Teil des Dienstleistungshandels ausmachen, könnten ins Visier der EU geraten. Trotz der zwar hoffnungsvolleren Töne aus einigen Kreisen bleibt die Unsicherheit bestehen: Wird es tatsächlich zu umfassenden Verhandlungen kommen, oder verschärft sich der Konflikt tatsächlich zu einem langwierigen Handelskrieg?

