Donald Trumps Zolldrohungen lassen Börsianer kalt - DAX trotzt Widrigkeiten
Nach den jüngsten Androhungen von US-Präsident Donald Trump, Importe aus der EU ab dem 1. Juni mit einem saftigen Zoll von 50 Prozent zu belegen, gelang dessen schneller Rückzug der Maßnahmen, was bei den Investoren kaum Panik auslöste. Der Vergleich mit der berühmten Fabel vom Hirtenjungen, der zu oft den Wolf rief, drängt sich auf: Börsianer sind offenbar abgestumpft gegenüber der Rhetorik des Präsidenten.
Trotz eines anfänglichen Rücksetzers von 3,5 Prozent im DAX am vergangenen Freitag, erholte sich der Index rasch und schloss den Handelstag mit einer deutlichen Dämpfung der Verluste ab. Tatsächlich konnte der DAX am Montag einen beachtlichen Anstieg von 1,8 Prozent verzeichnen und sogar zwei neue Allzeithochs erreichen. Dies zeigt, dass die Stimmung unter den Investoren größtenteils optimistisch bleibt.
Die jüngsten Ereignisse nutzten vor allem institutionelle Investoren, die mit einem mittelfristigen Handelsfokus aus dem kurzen Rücksetzer Kapital schlagen konnten. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index stieg um 9 Punkte auf +2, was auf eine verbesserte Stimmung unter den Investoren hindeutet. Interessanterweise hat sich der Anteil neutral eingestellter Akteure drastisch verringert, während sich die Lager der Büllen und Bären klar abzeichnen.
Bei den Privatanlegern zeigte sich eine leicht gegenläufige Tendenz. Der Sentiment-Index fiel um 4 Punkte auf +15, was einen dritten Rückgang in Folge darstellt. Ein kleiner Teil der optimistischen Privatanleger wechselte die Seiten und steht nun auf der Liste der Bären. Dieses Phänomen wurde sowohl in Social-Media-Umfragen als auch bei anderen Privatanlegern festgestellt.
Über beide Anlegergruppen hinweg hat sich die Differenz in der Stimmung im Vergleich zur Vorwoche verringert. Viele institutionelle Investoren hielten ihre pessimistischen Positionen trotz der Schwankungen weiter, während die neuen Optimisten die Gelegenheit ergriffen, in den DAX zu investieren. Dies könnte in den kommenden Tagen für Widerstand in der Nähe der Marke von 24.400 bis 24.450 DAX-Zählern sorgen.
Langfristige Kapitalströme in die Eurozone scheinen derweil dem DAX weiter Auftrieb zu geben, während heimische Anleger in ihrer Rolle zurückhaltend bleiben.

