dm eröffnet Online-Apotheke: Neuer Akteur im Gesundheitsmarkt
Der Drogerieriese dm setzt seine Expansion in den Gesundheitsmarkt fort und startet eine eigene Online-Apotheke, die klassischen Apotheken Konkurrenz machen soll. Ab sofort können Kundinnen und Kunden auf der dm-Webseite rezeptfreie Medikamente, darunter gängige Schmerzmittel, erwerben. "Wir konzentrieren uns zunächst auf nicht verschreibungspflichtige Apothekenprodukte", erklärte Geschäftsführer Christoph Werner. Laut einem Bericht strebt dm mit rund 2.500 Arzneimitteln und 1.000 Hautkosmetikprodukten eine signifikante Sortimentserweiterung an.
In einer YouGov-Studie wurde offenbart, dass viele Menschen in Deutschland ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein haben, was ebenfalls das Kundeninteresse in diesem Bereich ankurbelt. Professor Carsten Kortum schätzt, dass der Schritt von dm konsequent sei, da das Unternehmen bereits als vertrauenswürdiger Anbieter im Gesundheitswesen wahrgenommen werde. Jedoch könnte die Beratungsqualität zur Herausforderung werden, als Lösung bietet sich der Einsatz digitaler Berater an.
Der Deutsche Apothekerverband warnt vor Verwirrung zwischen Drogeriemärkten und Apotheken und betont die Notwendigkeit einer fachkundigen Beratung bei potenziell gefährlichen Arzneimitteln. Im Bereich der rezeptfreien Medikamente wächst der Versandhandel stark, was jedoch nicht den Bedarf nach persönlicher Beratung in traditionellen Apotheken verdrängt.
Wettbewerb könnte auch positive Effekte für Apotheken haben, sagt Kortum. Gesundheitsexperte Thilo Kaltenbach sieht kurzfristig keine wesentlichen Preisänderungen, obwohl ein zunehmender Wettbewerb attraktive Angebote fördern könnte. In Ländern wie den USA sind Überschneidungen zwischen Drogerien und Apotheken bereits weiter fortgeschritten. dm-CEO Werner hat bereits auf den "Megatrend" Gesundheit hingewiesen und mit Gesundheitsdienstleistungen experimentiert, was bei Branchenvertretern zu gemischten Reaktionen führte.
Die Konkurrenz schläft nicht: So testet auch Müller neue Gesundheitsformate, während Rossmann die Entwicklungen aufmerksam verfolgt. Die Gesundheitsausgaben in Deutschland betragen etwa 500 Milliarden Euro und sollen weiter steigen, was substanzielle Marktopportunitäten für Drogerien eröffnet.

