Disziplinaruntersuchungen erschüttern Chinas Militärführung
Die politische Führung in China hat eine formale Untersuchung gegen einen der ranghöchsten Generäle des Landes eingeleitet. Zhang Youxia, der als Vize-Vorsitzender der wichtigen Zentralen Militärkommission dient, sieht sich dem Verdacht schwerwiegender Gesetzesverstöße ausgesetzt, wie in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Peking bekanntgegeben wurde. Zhang, der 75 Jahre alt ist, steht nur eine Rangstufe unter dem Vorsitzenden des zentralen militärischen Führungsorgans, Staatspräsident und Parteichef Xi Jinping. Ebenfalls im Zuge der Untersuchungen ins Visier geraten ist Liu Zhenli, der Stabschef der Zentralen Militärkommission. Diese Entwicklungen markieren eine weitere Etappe in der Serie politischer Säuberungen innerhalb der chinesischen Militärführung, die in den letzten Jahren zahlreiche hochrangige Offiziere aufgrund von Korruptions- und anderen Vorwürfen ihre Posten gekostet hat. Seit 2023 hat Xi Jinping wiederholt militärische Führungspositionen neu besetzt, was auch mehrfach die Verteidigungsminister traf – eine Rolle, die in China eher repräsentativer Natur ist. Xi verfolgt das Ziel, die chinesische Armee zu modernisieren und ihre Einsatzbereitschaft zu steigern. Ein entscheidendes Element dieser Strategie ist die angestrebte 'Wiedervereinigung' mit dem unabhängig regierten Taiwan bis zum Jahr 2049. Die Möglichkeit, dieses Ziel notfalls militärisch durchzusetzen, steigert die internationalen Befürchtungen bezüglich einer möglichen Invasion.

