Diplomatisches Freundschaftsspiel in Berlin: Neue Töne zwischen Deutschland und der Ukraine
Der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev hat sich sehr positiv über den jüngsten Besuch von Präsident Wolodymyr Selenskyj in Berlin geäußert und lobte die neuen Töne der Bundesregierung. Makeiev zufolge wurden bei dem Treffen am Mittwoch klare Ergebnisse erzielt, wobei die menschliche Komponente des Treffens ebenfalls hervorgehoben wurde.
Laut Makeiev sei das Treffen wie ein Freundschaftsspiel verlaufen, bei dem eine neue, direkte und engagierte Kommunikationsebene erreicht wurde. Die Beziehung zwischen Präsident Selenskyj und Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete er als vertrauensvoll, was für die diplomatische Zusammenarbeit von Bedeutung sei. Diese neue Tonlage habe insbesondere den langen Gesprächen hinter verschlossenen Türen eine besondere Atmosphäre verliehen.
Bundeskanzler Merz sicherte Selenskyj bei dem Treffen im Kanzleramt Unterstützung bei der Produktion weitreichender Raketen zu. Allerdings bleibt die Lieferung des deutschen Marschflugkörpers Taurus unwahrscheinlich, auch wenn darüber bilaterale Gespräche ohne öffentliche Ankündigungen fortgesetzt werden sollen.
Bereits im Vorfeld hatte Merz eine verschärfte Rhetorik gegenüber Russland an den Tag gelegt und die Aufhebung der Reichweitenbeschränkung bei westlichen Waffenlieferungen in Aussicht gestellt. Sein Vorgänger Olaf Scholz hingegen hatte die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern klar abgelehnt und sich für eine gemäßigtere Tonlage eingesetzt, um eine Einbeziehung Deutschlands in den Konflikt zu vermeiden.

