Diplomatischer Drahtseilakt: E3 und Iran im Dialog über Atomstreit
Die Außenminister der E3-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien bereiten sich auf ein wichtiges Telefonat mit ihrem iranischen Amtskollegen vor, um den anhaltenden Atomstreit zu besprechen. Diese Gespräche werden auch von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas begleitet, wie die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtet.
Der Dialog ist der jüngste Versuch, den diplomatischen Druck auf den Iran zu verstärken, nachdem vor einem Monat bereits ein Treffen in Istanbul stattfand. Die Europäer drohen mit der Wiederaufnahme alter UN-Sanktionen, sollten bis Ende August keine Fortschritte erzielt werden. Dieser sogenannte Snapback-Mechanismus könnte ohne größeren Widerstand erneut aktiviert werden, zumal die E3-Staaten Unterzeichner des Wiener Atomabkommens von 2015 sind.
Dies geschieht vor dem Hintergrund wachsender internationaler Besorgnis über die potenziellen Absichten des Iran, Atomwaffen zu entwickeln, was der Iran jedoch energisch bestreitet. In jüngster Vergangenheit eskalierten die Spannungen, nachdem Israel einen kurzen Krieg gegen den Iran geführt und gezielt zentrale Atomanlagen bombardiert hatte. Dieses Vorgehen führte bei der iranischen Führung zu einer noch größeren Skepsis gegenüber dem Westen.
Parallel dazu konnten die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran, die nach einem mühsamen Prozess fast zwei Monate dauerten, keinen Durchbruch erzielen. Die Vereinbarung von 2015, die seinerzeit unter Barack Obama eingeleitet und von dessen Nachfolger Donald Trump einseitig aufgekündigt wurde, ist weiterhin ein zentraler Streitpunkt. Der Iran lehnt die Wiedereinführung der Sanktionen als unrechtmäßig ab und setzt auf diplomatische Verhandlungen, um eine Lösung herbeizuführen.

