Diplomatische Offensive: Thailand lädt zu Myanmar-Gesprächen ein
Thailand plant in dieser Woche zwei regionale Treffen zur Lage in Myanmar. Der Auftakt erfolgt mit einer Sitzung am Donnerstag, bei der auch Vertreter der myanmarischen Junta erwartet werden. Bereits im Oktober hatte Thailand angeboten, informelle Gespräche anzuberaumen, um einen Ausweg aus der Krise zu finden, die Myanmar seit dem Militärputsch 2021 erschüttert.
Am Treffen am Donnerstag nehmen auch Delegierte aus China, Indien, Bangladesch, Laos und Thailand teil – alles Länder, die direkte Grenzen mit Myanmar teilen. Im Fokus steht eine informelle Konsultation zu Grenzsicherheit und grenzüberschreitender Kriminalität.
Am Freitag wird die zweite Konferenz auf Ministerebene im Rahmen der ASEAN stattfinden. In den Gesprächen soll es unter anderem um den sogenannten „Five-Point Consensus“ für eine Friedenslösung in Myanmar gehen. Ob myanmarische Vertreter daran teilnehmen, steht noch nicht fest.
Bemerkenswert ist die diplomatische Isolation der Junta: ASEAN hat seit dem Putsch nur unpolitische Vertreter aus Myanmar zu Führungstreffen zugelassen. Malaysias Premierminister Anwar Ibrahim, designierter ASEAN-Vorsitzender 2025, bekräftigte derweil seine Absicht, die ASEAN-Friedensinitiative voranzutreiben. Bei einem gemeinsamen Presseauftritt mit Thailands Premierministerin Paetongtarn Shinawatra in Kuala Lumpur betonte er, dass Dialoge auf verschiedenen Ebenen dazu beitragen sollen, Myanmar wieder stärker in die ASEAN-Gemeinschaft zu integrieren.
Indonesien, so bestätigt es die Regierung, entsendet ebenfalls einen Vertreter zum Treffen am 20. Dezember. Die politische Landschaft in Myanmar ist seit dem Putsch im Umbruch und ruft neben internem Widerstand auch internationale Besorgnis hervor.

