Diplomatische Flügel ausgebreitet: Friedrich Merz in Indien
Bundeskanzler Friedrich Merz setzt neue Schwerpunkte in der deutschen Außenpolitik und sucht den Dialog mit Indien. Bei seinem zweitägigen Besuch wird er von Narendra Modi in Ahmedabad, Gujarat, empfangen, was als Geste besonderer Wertschätzung gilt.
Modi nutzt die Gelegenheit, Merz mit Stolz die frühere Wirkungsstätte des Mahatma Gandhi und das traditionelle Drachen-Festival am Sabarmati zu zeigen. Hier zeigt sich eindrucksvoll, wie kulturelles Erbe und Politik Hand in Hand gehen können.
Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen den beiden Ländern steht die Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen sowie eine Vertiefung der Rüstungskooperation. Gerade Letztere ist von großem Interesse: Indien zeigt sich offen für den Erwerb deutscher U-Boote und des Airbus A400M-Transportflugzeugs, während Deutschland daran interessiert ist, Indiens Abhängigkeit von russischen Rüstungsimporten zu verringern.
In seinen bisherigen acht Monaten im Amt hat sich Merz auf die europäische und nordamerikanische Bühne konzentriert. Nun sucht er vermehrt den Kontakt zu anderen Weltregionen. Die vergangenen Monate führten ihn bereits zu Gipfeln in Südafrika, Angola und Brasilien. Mit seinem Indien-Besuch schlägt Merz nun ein neues Kapitel in seinen Asien-Aktivitäten auf, nachdem die Türkei bislang sein einziger Anlaufpunkt auf dem Kontinent war.

