Diplomatische Bemühungen um Entwaffnung der Hisbollah: Ein Balanceakt zwischen Druck und Frieden

Der US-Gesandte Tom Barrack hat in Jerusalem Gespräche mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu geführt, die auf die brisante Sicherheitslage im Nahen Osten abzielen. Im Fokus standen neben der Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, die bereits im Dezember abgeschlossen sein soll, auch die weiteren Phasen des Friedensplans für Gaza von US-Präsident Donald Trump. Während eine Sprecherin Netanjahus lediglich von einem "produktiven Treffen" sprach, lassen Berichte vermuten, dass konkrete Diskussionen über Israels strategische "rote Linien" in Syrien geführt wurden.
Die libanesische Regierung steht unter erheblichem Druck vonseiten der USA und Israels, eine Entwaffnung der schiitischen Hisbollah bis Jahresende durchzusetzen. Angesichts begrenzter Ressourcen befindet sich die libanesische Armee allerdings in einer herausfordernden Position. Nabih Berri, der Parlamentspräsident Libanons und langjähriger Verbündeter der Hisbollah, erklärte, dass bereits 90 Prozent der militärischen Einrichtungen der Organisation im Süden des Landes abgebaut seien und der Rest bis Jahresende folgen soll.
Nichtsdestotrotz sind die Spannungen in der Region weiterhin hoch. Israel wirft der Hisbollah vor, sich entgegen den Abbauversprechen neu zu rüsten. Dem wird durch fast tägliche militärische Angriffe Israels auf mutmaßliche Hisbollah-Stellungen im Libanon entgegengewirkt, was die Möglichkeiten einer neuen Eskalation des Konflikts erhöht. Der libanesische Außenminister Jussef Radschi machte jüngst deutlich, dass die Hisbollah zwar einer Entwaffnung weiterhin ablehnend gegenübersteht, diese aber an den vollständigen Abzug israelischer Truppen aus dem Südlibanon gekoppelt hat.

