Diplomatie oder Drohkulisse? USA und Iran verhandeln in Genf
Die USA signalisieren dem Iran erneut die Möglichkeit eines diplomatischen Durchbruchs – und die Risiken eines militärischen Konflikts. Regierungssprecherin Karoline Leavitt unterstrich die Vorliebe von US-Präsident Donald Trump für diplomatische Lösungen, deutete jedoch an, dass es zahlreiche Argumente für ein militärisches Vorgehen gegen den Iran gäbe. Ein Abkommen zwischen beiden Ländern wäre laut Leavitt im Interesse des Iran.
In Genf ging kürzlich die zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran zu Ende. Während US-Regierungskreise Fortschritte bei den Gesprächen beobachteten, zeigte sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi zurückhaltend optimistisch und betonte die beginnende, aber noch lange nicht abgeschlossene Diskussion. Man sei gespannt auf die angekündigten detaillierten Vorschläge der iranischen Delegation, die innerhalb der kommenden zwei Wochen erwartet werden.
Im Mittelpunkt der Gespräche steht das strittige Atomprogramm des Iran. Die USA verfolgen das Ziel, Teheran von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten, während der Iran im Gegenzug die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen fordert. Eine Einschränkung seines Raketenprogramms lehnt der Iran bislang strikt ab.
Der diplomatische Austausch findet statt vor dem Hintergrund einer verstärkten US-Militärpräsenz in der Region. Nach den jüngsten Unruhen im Iran verstärkte Trump die Drohkulisse, indem er einen weiteren Flugzeugträger entsandte. Wie der US-Dienst "Axios" berichtet, wurden in den letzten Tagen zahlreiche Waffensysteme und Flugzeuge in den Nahen Osten verlegt, um die militärische Schlagkraft zu erhöhen.

