Diplomatie in Flammen: Der Streit um die Vernichtung von Verhütungsmitteln entfacht
In einem politisch brisanten Fall regt sich in Frankreich Unmut über die kontroversen Pläne der US-Regierung, Verhütungsmittel im geschätzten Wert von 8,5 Millionen Euro in einer französischen Müllverbrennungsanlage zu vernichten. Diese Mittel, die unter anderem Spiralen, Implantate und Pillen umfassen, lagern nach amerikanischen Medienberichten derzeit in Belgien und waren für den Einsatz in Entwicklungsländern vorgesehen. Ihre Verteilung wäre eigentlich die Aufgabe der USAID, einer unter der Administration von Donald Trump erheblich geschwächten US-Behörde, gewesen.
Der belgische Staat reagiert diplomatisch und bemüht sich um den Erhalt der in der Nähe von Antwerpen eingelagerten Bestände. Maßnahmen wurden umgehend ergriffen, darunter diplomatische Schritte bei der US-Botschaft in Brüssel. Belgien erwägt Alternativen, um die Vorräte vor ihrer Verbrennung zu bewahren, da viele dieser Mittel noch bis 2031 verwendbar sind.
Die Entscheidung der US-Regierung wird im Kontext ihrer Anti-Abtreibungspolitik unter Donald Trump gesehen, die internationalen Organisationen finanzielle Mittel entzog, sofern diese Schwangerschaftsabbrüche unterstützen oder fördern. Frankreichs Grüne schrieben einen offenen Brief an Präsident Macron, um die Unversehrtheit der Ressourcen zu garantieren, und kritisierten die geplante Vernichtung als inakzeptable Verschwendung von Gesundheitsressourcen und als Angriff auf die Prinzipien der öffentlichen Gesundheit und der reproduktiven Rechte.
Auch in der französischen Zivilgesellschaft regt sich Widerstand. Der Enkel von Lucien Neuwirth, dem Architekten der Legalisierung der Antibabypille in Frankreich, forderte Präsident Macron auf, eine Komplizenschaft Frankreichs in dieser Angelegenheit zu verhindern. 'Planning Familial', eine führende Organisation im Bereich der Familienplanung, warnte vor dem Versuch der USA, ihre restriktive Haltung weltweit durchzusetzen und die Entscheidungsfreiheit von Frauen zu beeinträchtigen.

