DIHK warnt vor anhaltender Wirtschaftsflaute in Deutschland
Die wirtschaftliche Situation in Deutschland sorgt weiterhin für Besorgnis bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Wie gegenüber der Presse erklärt wurde, zeichnet sich kein baldiger wirtschaftlicher Aufschwung ab. DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov warnte davor, dass die Bundesrepublik möglicherweise zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg einen dritten Rückgang der Wirtschaftsleistung in Folge erleben könnte. Dabei betont sie die Notwendigkeit, alle Anstrengungen zu unternehmen, um ein weiteres wirtschaftlich schwaches Jahr zu vermeiden.
Die DIHK prognostiziert für 2023 einen leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,3 Prozent. Diese Einschätzung übertrifft die pessimistischen Erwartungen der Bundesregierung und die der „Wirtschaftsweisen“, die für 2025 eine Stagnation erwarten.
In einer kürzlich durchgeführten Umfrage unter mehr als 23.000 Unternehmen stellte sich heraus, dass die wirtschaftliche Stimmung bei den Betrieben gedämpft bleibt. Nur 25 Prozent bewerten ihre aktuelle Lage als positiv. Die größten Gefahren sehen die Befragten in politisch bedingten Unsicherheiten, einer schwachen Binnennachfrage, steigenden Arbeitskosten sowie hohen Energie- und Rohstoffpreisen. Auch die unberechenbare US-Zollpolitik bereitet den Unternehmen Sorgen.
Helena Melnikov fordert umgehende wirtschaftspolitische Maßnahmen, um die Investitionsblockade zu beheben. Zu den geforderten Maßnahmen gehören die Senkung der Stromsteuer, die Erleichterung von Abschreibungen und der Abbau von Bürokratie. Für das kreditfinanzierte staatliche Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro plädiert sie für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, um Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz effektiv zu fördern. Diese Maßnahmen könnten besonders der Industrie und dem Baugewerbe zugutekommen, die bereits erste Anzeichen einer Stimmungsaufhellung zeigen.
Die neue Bundesregierung hat angekündigt, bis zur Sommerpause ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Entlastung der Unternehmen vorzulegen. Dazu soll auch die bereits geforderte Senkung der Stromsteuer sowie verbesserte Abschreibungsbedingungen zur Förderungen von Investitionen gehören.

