Digitale Minimärkte: Eine stille Revolution am Sonntag
Der klassische Wochenendtrubel könnte durch Smart Stores eine innovative Wendung erleben. Eine erfrischende YouGov-Umfrage verdeutlicht, dass 35 Prozent der Bürger von einem wirtschaftlichen Schub für den Einzelhandel durch verkaufsoffene Sonntage überzeugt sind. Dennoch ist der Sonntag vielen heilig – im doppelten Sinne.
Smart Stores scheinen diesen Spagat zu meistern, erläutert Prof. Stephan Rüschen von der DHBW Heilbronn. Der gesellschaftliche Wille für geschlossene Sonntage trifft auf die Vorteile einer verbesserten Versorgung, besonders im ländlichen Raum. So ist es nicht verwunderlich, dass die Umfrage auch skeptische Stimmen offenbart: 59 Prozent lehnen Sonntagsöffnungen ab. Interessant ist jedoch, dass unter den Befürwortern ein Achtel insbesondere Smart Stores favorisiert.
Die Attraktivität dieser digitalen Oasen, die ohne Personal auskommen, findet Zuspruch – ein Großteil der Nutzer lobt die Vereinfachung des Alltags und die Attraktivität ihrem Wohnort. Der Erfolg dieser innovativen Märkte äußert sich in einem erheblichen Teil des Umsatzes, der sonntags generiert wird.
Während der Handelsverband Deutschland optimistische Zukunftsperspektiven sieht, warnen Kirchen und Gewerkschaften vor personellen Belastungen und potenziellen Wettbewerbsverzerrungen. Allerdings bleibt der rechtliche Rahmen heikel, denn die Sonntagsruhe ist im Grundgesetz verankert. Eine Entscheidung könnte am Bundesverfassungsgericht notwendig werden.
Spannend ist der Hinweis, dass Bundesländer wie Bayern bereits gesetzliche Anpassungen erlauben. In einer dynamischen Entwicklung verzeichnen Initiativen schon hunderte solcher Märkte. Die Empirie zeigt, dass nahezu täglich Neueröffnungen stattfinden und ein Ende dieser Entwicklung nicht in Sicht ist.

