Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) enttäuschen - Wenig Nutzen für Patienten
Die Bilanz der digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) fällt ernüchternd aus, so der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Laut Stefanie Stoff-Ahnis, Vorständin des GKV, erfüllen die DiGA auch im dritten Jahr nach ihrer Einführung nicht ihr Versprechen, die gesundheitliche Versorgung grundlegend zu verbessern. Viele Apps konnten keinen Nutzen für Patienten nachweisen, obwohl sie in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen wurden.
Stoff-Ahnis betont jedoch, dass DiGA ein Bindeglied zwischen Patienten, Ärzten, verschiedenen Sektoren und Fachrichtungen sein könnten. Trotzdem sind die Herstellerpreise drastisch gestiegen. Die Verbandsvorständin macht deutlich, dass das Geld der Beitragszahlenden in eine bessere Versorgung fließen sollte und nicht in Wirtschaftsförderung.
Als digitale Gesundheitsanwendungen gelten beispielsweise Apps wie 'Cara Care für Reizdarm' oder 'elona therapy Depression', die Patienten bei bestimmten Problemen Unterstützung versprechen.
Laut GKV wurden zwischen September 2020 und September 2023 rund 374.000 digitale Anwendungen genutzt, wofür die gesetzliche Krankenversicherung 113 Millionen Euro zahlte. Allerdings konnte nur jede fünfte Anwendung einen nachgewiesenen Nutzen vorweisen.
Trotzdem konnten die Herstellerunternehmen im ersten Jahr nach Aufnahme in den GKV-Leistungskatalog beliebig hohe Preise für DiGA festlegen. Diese mussten von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet werden, unabhängig davon, ob ein Nutzen nachgewiesen wurde oder nicht. Die Preise stiegen im ersten Untersuchungsjahr durchschnittlich auf 407 Euro und im dritten Jahr auf 593 Euro an.
Vor diesem Hintergrund fordert der GKV-Verband, nur DiGA mit medizinischem Nutzen und echtem Mehrwert in das DiGA-Verzeichnis des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte aufzunehmen. Zudem sollten die Preise angemessen und dem Nutzen für die Patienten entsprechend sein. (eulerpool-AFX)

