Die verborgenen Klimakosten des Krieges in der Ukraine: Ein unaufhaltsamer CO2-Anstieg
Die fortlaufenden Kriegshandlungen in der Ukraine 2024 haben ein gravierendes ökologisches Erbe hinterlassen. Zahlreiche Waldbrände, hervorgerufen durch die Konflikte, haben den klimaschädlichen Fußabdruck des russischen Angriffskrieges erheblich erweitert, so das Ergebnis einer aktuellen Bilanz von Wissenschaftlern, die drei Jahre nach Kriegsbeginn veröffentlicht wurde. Seit der Invasion am 24. Februar 2022 haben sich die Emissionen auf rund 230 Millionen Tonnen CO2 summiert.
Diese beeindruckende Zahl entspricht dem jährlichen Schadstoffausstoß von 120 Millionen Kraftfahrzeugen oder den gesamten jährlichen Emissionen von Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Die in Kiew ansässige Initiative zur Erfassung von Treibhausgasemissionen aus Kriegen betont in ihren Berechnungen die weitreichenden Auswirkungen dieses anhaltenden Konflikts.
Ein deutlich größerer Anteil der Emissionen, nämlich 38 Prozent, ist dem militärischen Einsatz zuzurechnen. Die Verwendung von Waffen, der erhebliche Treibstoffverbrauch und die umfangreiche Nutzung von Beton und Stahl für militärische Befestigungen tragen hierzu maßgeblich bei. Auffällig ist, dass selbst der zunehmende Einsatz von Drohnen den durch Artillerie verursachten Klimaschaden bislang nicht mindern konnte.
Zusätzlich ist der Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Infrastruktur für 27 Prozent der Gesamt-Emissionen verantwortlich. Waldbrände steuern 21 Prozent zu diesen Emissionen bei, was sich gerade im trockenen Sommer 2024 als gravierend herausstellte. Auf einer Fläche von 92.200 Hektar brannte es, was größer ist als die Stadt Berlin. Weiterhin wird der Klimaschaden durch notwendige Umwege im internationalen Luftverkehr verstärkt, da viele Airlines die Überflüge über Russland, die Ukraine und Belarus vermeiden.

