Die letzte Ziellinie: Steht die legendäre Forza Motorsport-Reihe vor dem Aus?
Ein Beben erschüttert die Grundfesten der digitalen Rennsport-Community, und sein Epizentrum liegt direkt im Herzen von Microsofts Gaming-Imperium. Inmitten des ohnehin schon tobenden Sturms aus Entlassungen und Projektstreichungen wirkt eine neue Schockmeldung wie ein Brandbeschleuniger: Einem ehemaligen Entwickler zufolge wurde die ruhmreiche „Forza Motorsport“-Reihe, der Inbegriff des konsolenbasierten Simulations-Racings, komplett eingestampft. Ein Gerücht, das so ungeheuerlich klingt, dass es wahr sein könnte.
Die Worte eines Insiders mit Verfallsdatum
Der Stein des Anstoßes ist ein Post von Fred Russell, einem Entwickler, der das Studio Turn 10 bereits 2016 verlassen hat. Aufgegriffen vom Reddit-Nutzer Fidler_2K, zeichnen seine Worte ein düsteres Bild: „Turn 10 Studios hat den Forza Motorsport-Bereich geschlossen, das Team existiert nicht mehr. Ein sehr trauriger Tag für eines der besten Rennspiele. Ich habe meine Zeit dort geliebt.“ Er präzisiert weiter, dass das Studio selbst zwar weiterbestehe, um die „Horizon“-Seite zu unterstützen, doch die Motorsport-Sparte sei Geschichte. Obwohl Russells Zeit beim Studio lange zurückliegt, verleiht die aktuelle Krisenlage seinen Worten ein explosives Gewicht.
Ein Studio am Rande des Abgrunds
Diese Hiobsbotschaft fällt nicht vom Himmel. Sie landet auf dem fruchtbaren Boden der jüngsten, brutalen Entlassungswelle bei Microsoft. Berichten zufolge gehört Turn 10 zu den am härtesten getroffenen Studios und hat einen schockierenden Aderlass von rund 50 Prozent seiner Belegschaft erlitten. Schon im Vorfeld warnte 3D-Realms-Gründer George Broussard vor dem realen Risiko, dass das gesamte Studio geschlossen werden könnte. Der massive Personalabbau lässt das Gerücht über das Ende der ressourcenintensiven Motorsport-Entwicklung plötzlich erschreckend plausibel erscheinen.
Das ungleiche Bruderduell: Simulation gegen Arcade-Spaß
Es ist ein offenes Geheimnis, dass der simulationslastige Stammvater „Forza Motorsport“ von seinem unbeschwerten, zugänglicheren Open-World-Bruder „Forza Horizon“ längst überholt wurde. Während Motorsport eine treue, aber spitze Zielgruppe bedient, hat sich Horizon, entwickelt von Playground Games, zu einem Massenphänomen mit gigantischen Spielerzahlen entwickelt. Aus eiskalter unternehmerischer Sicht wäre es ein logischer, wenn auch für Fans schmerzhafter Schritt, die Kräfte auf das deutlich populärere und lukrativere Pferd im Stall zu konzentrieren.
Phil Spencers vielsagendes Schweigen
Für zusätzliche Verwirrung sorgt eine kürzliche Aussage von Microsoft-Gaming-CEO Phil Spencer. Im Juni bestätigte er, dass ein neuer „Forza“-Titel für 2026 in Arbeit sei. Doch er ließ vielsagend offen, welchem Zweig der Rennsport-Dynastie dieser neue Sprössling entspringen soll. Angesichts der jüngsten Ereignisse wirkt diese Unbestimmtheit nicht mehr wie eine strategische Geheimniskrämerei, sondern wie ein Schatten, der sich über die Zukunftspläne des Unternehmens legt. Die Ziellinie ist in Sicht, doch ob sie für Forza Motorsport eine Ehrenrunde oder das endgültige Aus bedeutet, liegt im dichten Nebel der Konzernstrategie verborgen.

