Die Eskalation im Osten: Selenskyjs Anschuldigungen und internationale Sicherheitspläne
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erhebt schwere Vorwürfe gegen Russland, das gezielt Angriffe auf Städte und zivile Einrichtungen führe. Trotz eines vereinbarten Schutzes für Energieanlagen hat das russische Militär in den letzten 24 Stunden Angriffe auf Krywyj Rih, Charkiw und ein Kraftwerk in Cherson durchgeführt, berichtete Selenskyj in einer abendlichen Videoansprache.
"Russlands Versprechen münden in Raketen, Drohnen und Artilleriebeschuss", so der Präsident. Beim Angriff auf Krywyj Rih traf eine Rakete ein Wohngebiet nahe eines Kinderspielplatzes, wobei mindestens 14 Menschen ums Leben kamen, darunter sechs Kinder.
In Charkiw dauern die Bergungsarbeiten nach nächtlichen Drohnenangriffen an, bei denen fünf Menschen starben und 34 verletzt wurden. Ein Drohnentreffer in einem Kraftwerk, so Selenskyj, sei nur schwerlich ein Zufall, da es sich bei dem getroffenen Objekt um eine Energieanlage handelt, die gemäß russischer Zusicherungen geschützt sein sollte.
Ein zuvor zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin vereinbartes, wenn auch eher fragiles Moratorium für Angriffe auf Energieobjekte scheint nicht eingehalten zu werden, beschuldigen sich beide Seiten gegenseitig. Selenskyj appellierte erneut an die USA, Konsequenzen zu ziehen.
In seiner Ansprache hob Selenskyj auch ein Treffen zwischen ukrainischen Militärs und Vertretern Frankreichs und Großbritanniens hervor. Dabei wurden Details über die Stationierung von Sicherheitskontingenten besprochen, die eine "Koalition der Willigen" anführen, um einen möglichen Frieden in der Ukraine zu gewährleisten.
Russland sieht diese europäische Präsenz als Bedrohung seiner Sicherheit und lehnt die Stationierung strikt ab.

