Dialog der Supermächte: Xi und Putin besiegeln strategische Partnerschaft
Der jüngste Gipfel in Peking war Schauplatz einer markanten Annäherung zwischen den Präsidenten Russlands und Chinas, die ihre bereits engen Bande weiter festigten. Xi Jinping, Chinas Staats- und Parteichef, betonte, die Beziehungen zu Russland hätten den Prüfungen des internationalen Wandels standgehalten und böten weiteres Ausbaupotenzial. Laut der Nachrichtenagentur Xinhua unterzeichneten die beiden Staatsoberhäupter mehr als 20 Abkommen, die Kooperationen in Bereichen wie Energie, Luftfahrt, Künstliche Intelligenz und Landwirtschaft vorsehen.
Wladimir Putin hob das "beispiellos hohe Niveau" der russisch-chinesischen Beziehungen hervor. Anders als die hitzigen Debatten um den russischen Angriffskrieg in der Ukraine war in den Gesprächen zu diesem Thema bemerkenswerte Zurückhaltung zu beobachten. Beide Präsidenten widmeten sich stattdessen "regionalen Fragen von gemeinsamem Interesse", wie aus Kreisen in Peking zu hören war.
Ein weiterer symbolträchtiger Akt ihrer Diplomatie war die Teilnahme an der Militärparade, die anlässlich des 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkrieges veranstaltet wurde. Auch Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wird dieser Feierlichkeit in Peking beiwohnen. Angesichts der anhaltenden Ukraine-Krise stellt sich China weiterhin als entscheidender Rückhalt für Russland dar, indem es Moskaus Handlungen nicht verurteilt und russische Forderungen in eigenen Vorschlägen widerspiegelt.
Xi und Putin nutzten auch die Bühne des jüngsten Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ), um für eine neue Weltordnung zu werben. Die SOZ gilt als strategisches Gegengewicht zu westlichen Allianzen, und Putins Aussagen, das eurozentrische und euroatlantische Modell sei überholt, spiegeln die Ambitionen dieser Ost-West-Dynamik wider.

