Deutschland-Ticket: Stabile Nachfrage trotz Preisjustierung
Zum Start des neuen Jahres kletterte der Preis des Deutschland-Tickets für den bundesweiten Nahverkehr von 58 auf 63 Euro monatlich, doch die Abonnenten zeigen sich unbeeindruckt von der Anpassung. Der Verbandschef des deutschen Verkehrsunternehmens (VDV), Ingo Wortmann, berichtete, dass die Kündigungsrate mit etwa 5,75 Prozent zwischen Dezember und Januar im üblichen Rahmen lag. Im Jahr zuvor waren es bei einer Preissteigerung sogar rund acht Prozent, was den aktuellen Wert positiv relativiert.
Aktuell nutzen laut VDV etwa 14,6 Millionen Menschen das Abo, das unbeschränkte Fahrten im regionalen und städtischen Nahverkehr ermöglicht. Dies ist ein Anstieg von fast einer Million Nutzer im Vergleich zum Vorjahr. Wortmann sieht jedoch noch großes Wachstumspotenzial, besonders hinsichtlich der Job-Tickets, die durch Arbeitgeber subventioniert werden können. Er hebt hervor, dass bei einem echten Wechsel vom Individualverkehr hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln eine Nutzerschaft jenseits der 20 Millionen-Tickets denkbar wäre.
Das Deutschland-Ticket, das im Mai 2023 eingeführt wurde, begann mit einem Preis von 49 Euro pro Monat. Ab 2027 soll der Preis dynamisch nach einem Index festgelegt werden, der Faktoren wie Personal- und Energiekosten reflektiert, um lang andauernde politische Diskussionen über das Preismodell zu minimieren.
Im vergangenen Jahr erfasste der VDV rund 9,86 Milliarden Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr, ein leichter Aufwärtstrend um 0,8 Prozent, der jedoch noch nicht an das vorpandemische Rekordjahr 2019 mit 10,4 Milliarden Nutzern heranreicht. Der VDV macht auf die sinkenden Fahrgasteinnahmen seit der Einführung des Deutschland-Tickets aufmerksam, während die Betriebskosten steigen.
Vorläufige Zahlen zeigen, dass allein die Strompreise zwischen 2020 und 2025 um über 40 Prozent gestiegen sind, während Dieselpreise sogar um 43 Prozent zulegten und Personalkosten um 19 Prozent anstiegen. In Anbetracht dieses wirtschaftlichen Drucks mahnt Wortmann vor der Notwendigkeit zukünftiger Angebotseinschränkungen, sollte es an ausreichenden öffentlichen Zuschüssen fehlen.

