Deutschland startet Weltraumoffensive: Milliarden für Sicherheit und Innovation im All
Die deutsche Bundesregierung plant, in den kommenden fünf Jahren 35 Milliarden Euro in die Erweiterung ihrer Weltraumkapazitäten und einer robusten Sicherheitsarchitektur zu investieren, wie Verteidigungsminister Boris Pistorius auf dem BDI-Weltraumkongress in Berlin verkündete. Mit diesem strategischen Schritt wird Deutschland versuchen, den technologischen Rückstand gegenüber führenden Raumfahrtnationen wie den USA und China zu verringern.
Ziel des umfassenden Programms ist es, eine belastbare Weltraumstruktur zu schaffen. Dazu zählen Satellitenkonstellationen, gut ausgestattete Bodenstationen und gesicherte Startmöglichkeiten für den Weltraum. Zudem wird besonderer Wert auf Cybersicherheit gelegt, um Systeme gegen Störungen abzuschirmen. Pistorius betonte zudem die Notwendigkeit, Offensivfähigkeiten im All zu diskutieren, um Angriffe abwehren und abschrecken zu können.
Deutschland benötigt dringend gesicherte Transportkapazitäten ins All. Dazu wird ein ausgeklügelter Mix aus kleineren Trägerraketen und mittelfristig auch europäischen Schwerlastträgern entwickelt, die den internationalen Wettbewerb bestehen sollen. Ein eigens im Weltraumkommando der Bundeswehr geplantes militärisches Satelliten-Betriebszentrum soll die Kontrolle und schnelle Reaktionsfähigkeit im Ernstfall sicherstellen.
Die Bedrohung durch Nationen wie Russland und China, die ihre Fähigkeiten im Weltraum erweitern, ist laut Pistorius nicht zu unterschätzen. Diese Nationen könnten Satelliten stören oder sogar zerstören. Bereits in der Vergangenheit kam es zu Cyberangriffen, wie etwa auf das Satellitennetzwerk "ViaSat" am Morgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, was auch in Deutschland erhebliche Auswirkungen auf die Steuerung von Windkraftanlagen hatte.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Unternehmensberatung Roland Berger warnen in einer Studie vor der wachsenden Kluft zu führenden Raumfahrtnationen und plädieren für stärkere Investitionen. Der Markt für weltraumgestützte Infrastruktur wird sich bis 2040 voraussichtlich vervierfachen, wobei Deutschlands spezialisierte Ingenieurskompetenz großes Potenzial bietet, um international mitzuhalten.

