Deutschkurse aktuell gefragter denn je

Experten zum Thema Integration propagieren schon seit Jahren, dass der wichtigste Schritt für eine erfolgreiche Integration das Erlernen der jeweiligen Sprache ist, die primär vor Ort gesprochen wird. Nur wer versteht, was andere Menschen sagen oder was wo geschrieben steht, hat auch die Möglichkeit, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Glücklicherweise sehen das die meisten Menschen, die dauerhaft oder für eine Zeit lang nach Deutschland kommen, scheinbar genauso. Denn aktuell sind die Deutschkurse gefragter denn je.
Welche Möglichkeiten gibt es, um Deutsch zu lernen?
In früheren Zeiten konnte eine neue Sprache fast nur im Präsenzunterricht erlernt werden. Eventuell halfen Bücher oder Kassetten weiter, doch als so richtig erfolgreich haben sich diese Methoden nie erwiesen. Das ist auch logisch, denn um eine Sprache zu lernen ist es wichtig, sie mit allen Sinnen wahrzunehmen.
Dabei gilt es, einen Muttersprachler dabei zu beobachten, welchen Blick er beispielsweise aufsetzt, wenn er bestimmte Wörter ausspricht oder wie sich seine Körperhaltung dabei verändert. Die beste Möglichkeit dazu bietet auch heute noch der Vor-Ort-Unterricht. Dieser kann entweder in der Gruppe, aber auch im Einzelsetting mit einem exklusiven Sprachcoach stattfinden. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. In erster Linie liegt es an der eigenen Persönlichkeit, welche Methode bevorzugt wird.
Vor allem die Großstädte in Deutschland haben in der Regel ein breites Angebot für die neuen Mitbewohner. Deutsch lernen in München ist beispielsweise bei der Sprachschule Creative auf verschiedenste Weisen möglich. Die Angebote reichen hier vom Privatunterricht über Abend- und Intensivkurse bis zu Vorbereitungskursen für die TestDaF-Prüfung und den Telc-Test.
Firmenkurse kommen immer mehr in Mode
Immer beliebter werden auch Firmenkurse, in denen Expats in Gruppenkursen gemeinsam Deutsch lernen können. Gut ausgebildete Fachkräfte sind in bestimmten Branchen hierzulande nicht mehr einfach zu finden. Deshalb machen sich die Unternehmen im Ausland auf die Suche nach entsprechenden Experten. Damit diese jedoch die Unternehmenskultur verstehen und im Unternehmen Fuß fassen können, ist es sehr wichtig, sich entsprechend artikulieren zu können.
Auch wenn die heimischen Unternehmen immer internationaler werden und in einigen Betrieben fast ausschließlich Englisch gesprochen wird, zeugt das Erlernen der Sprache zusätzlich auch von Respekt und besonderem Einsatzwillen der jeweiligen Person.
Mehr als ein Viertel aller Unternehmen werden von Migranten gegründet
Für die deutsche Wirtschaft spielen mittlerweile auch die Betriebsgründungen von Migranten eine wichtige Rolle. Laut der Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank KfW, Fritzi Köhler-Geib, sind diese Gründungen wichtig für die Erneuerungskraft und für die Zukunftsfähigkeit einer Volkswirtschaft.
Wer jetzt nur an den nächsten Dönerladen denkt, ist auf dem Holzweg. Gerade Migranten sind oft im technologischen Bereich sehr versiert und wissen die Vorteile der Digitalisierung gut zu nutzen. Deshalb werden auch viele Tech-Start-Ups von ihnen gegründet. Obwohl hier einerseits die Internationalität eine große spielt, ist es gerade bei Firmengründungen ab einer gewissen Größenordnung wichtig, gut mit der Muttersprache im jeweiligen Land zurechtzukommen.
Die Basis bilden auch hier entsprechende Aufbaukurse. Für den letzten Schliff und die Akzentfreiheit sorgt dann das gewonnene Selbstvertrauen, das dazu führt, dass in Gesprächen und wichtigen Verhandlungen ohne Scheu auf Deutsch parliert wird.
Sprachbuddy finden
Die größten Erfolge beim Erlernen einer neuen Sprache lassen sich erzielen, wenn man sie regelmäßig spricht. Doch oft ist das eigene Familienumfeld nicht dazu bereit, weil es für sie selbstverständlich viel einfacher ist, untereinander in der Muttersprache zu kommunizieren. Das ist verständlich und nachvollziehbar, nur die Lernerfolge bleiben dabei leider auf der Strecke.
Deshalb ist es sinnvoll, sich für regelmäßige Unterhaltungen einen Sprachbuddy zu suchen. Dabei handelt es sich um eine Win-Win-Situation. Wenn die Sprache regelmäßig gewechselt wird, können beide Beteiligten die Sprache des anderen lernen.
Dazu ist es in der heutigen Zeit nicht mehr nötig, sich vor Ort zu treffen. Die Gespräche können über entsprechende Tools wie Skype oder Zoom abgehalten werden. Somit ist es auch möglich, sich einen Buddy aus einer anderen Stadt zu suchen, wenn in der Nähe niemand dazu zu finden ist. In weiterer Folge sind aus dieser Lernmethode schon viele langjährige Freundschaften entstanden.

