Deutscher Pflegetag: Sind Flüchtlinge die Pflegekräfte von morgen?
Auf dem Deutschen Pflegetag 2016 finden sich ab morgen bereits zum dritten Mal Pflege- und Gesundheitsexperten aus Politik, Verbänden und Praxisarbeit zusammen, um über Probleme im Bereich Pflege zu sprechen. Dabei geht es einerseits um den konkreten Pflegealltag und andererseits um langfristige Perspektiven. Bei letzteren spielen Flüchtlinge eine nicht unwesentliche Rolle.
Beim Deutschen Pflegetag 2016 in Berlin stehen in diesem Jahr vor allem zwei Themen im Blickpunkt. Zum einen sollen zukünftige Pflegekräfte durch eine Reform der Pflegeausbildung zu Generalisten ausgebildet werden. Vor allem für die Altenpflege befürchten Experten allerdings negative Auswirkungen durch das neue Pflegeberufegesetz.
Zum anderen wird auf dem Pflegetag über die aktuelle Flüchtlingssituation diskutiert. Denn für den Pflegebereich könnte sich der vermehrte Zuzug Geflüchteter als Segen entpuppen. Schließlich sind nur wenige Branchen in Deutschland so stark vom Fachkräftemangel betroffen wie die Pflege - und das bei weiter steigendem Bedarf. Langfristig könnten also Asylsuchende als Pflegekräfte ausgebildet und somit in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Deutscher Pflegetag 2016: Zukunft der Pflege und Integration als Chance
Veranstaltungen wie der Deutsche Pflegetag 2016 zeigen, dass der demografische Wandel und die Überalterung der Gesellschaft zu erheblichen Problemen in einigen Lebensbereichen führen werden. Schon jetzt sind Pflegekräfte knapp, in der Zukunft wird sich dies sogar noch verschärfen. Sowohl kreative als auch pragmatische Lösungen sind hier gefragt. Daher verwundert es nicht, dass beispielsweise Jürgen Graalmann, Sprecher des Deutschen Pflegetags und ehemaliger Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, die Flüchtlingssituation langfristig als "Chance für die Pflege" begreift. So gibt es bereits heute Modellprojekte, bei denen eine Pflegeausbildung mit Intensivsprachkursen verbunden wird.
Gefahr der Überlastung: Pflegende benötigen Unterstützung
Neben diesen beiden großen Themen gibt es auf dem Deutschen Pflegetag 2016 weitere Diskussionen zu Herausforderungen für Politik und Pflegekräfte. Dazu gehören unter anderem die psychischen Belastungen, mit denen Pflegende in ihrem Berufsleben konfrontiert werden. Nicht nur Zeitmangel, sondern auch die körperliche Belastung und gegebenenfalls der Schichtdienst belasten die Gesundheit von Pflegekräften. Diese Anstrengungen sowie die ständige Konfrontation mit Krankheit und Tod fordern von der Psyche ihren Tribut. Auf dem Pflegetag werden daher gesundheitsfördernde Maßnahmen diskutiert, etwa für erschöpfte Mitarbeiter, damit gerade Arbeitgeber ihre Pflegekräfte noch besser unterstützen.
Ratgeber für Pflegekräfte
Psychische Belastungen können nicht nur krank machen. Im schlimmsten Fall führen sie zur Berufsunfähigkeit. Gerade Pflegekräfte haben ein hohes Berufsunfähigkeitsrisiko. Im Ratgeber "Wenn Pflegen krank macht" gibt es für sie Hinweise zu Prävention und Absicherung vor Berufsunfähigkeit.
Pflegekosten bleiben weiterhin ein Problem
Allerdings gibt es ein weiteres großes Problem, das vor allem die Pflegebedürftigen selbst betrifft. Denn wer auf Pflege angewiesen ist, muss in der Regel einen nicht unerheblichen Teil der anfallenden Pflegekosten aus der eigenen Tasche bezahlen. Die gesetzliche Pflegeversicherung war nie dazu gedacht, einen Rundum-Schutz bei Pflegebedarf zu bieten. Gerade junge Menschen setzen sich jedoch bisher kaum mit der Pflegevorsorge auseinander. Dabei haben gerade sie die Möglichkeit, mit einer privaten Pflegeversicherung sehr günstig vorzusorgen.

