Deutscher Aktienmarkt trotzt geopolitischen Spannungen
Trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten zeigte sich der deutsche Aktienmarkt am Montag von seiner resilienten Seite. Die führenden Indizes verbuchten leichte Gewinne, nachdem sie zuletzt Rückschläge hinnehmen mussten. Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets äußerte, dass die Börse aktuell von einer Begrenzung des Konflikts ausgeht.
Der Dax legte bis zum frühen Nachmittag um 0,6 Prozent auf 23.648 Punkte zu. Damit konnte der Leitindex eine signifikante Unterstützung knapp über 23.400 Punkten halten und sich über dem kürzlich erreichten Zwischentief von 23.360 Punkten stabilisieren, welches am Freitag nach den israelischen Angriffen auf den Iran verzeichnet wurde. Der MDax verzeichnete ebenfalls einen Zuwachs von 0,6 Prozent und erreichte 29.907 Punkte, während der EuroStoxx 50 um 0,8 Prozent anstieg.
Ein beruhigender Faktor für den Markt war der Rückgang der Ölpreise, die nach dem Anstieg am Freitag mittlerweile gesunken sind. Die Straße von Hormus bleibt als zentrale maritime Handels- und Öltransportroute weiter geöffnet, was die Sorgen um stark steigende Ölpreise und die daraus resultierenden Inflationsängste minderte.
Trotz der Eskalation zwischen Israel und dem Iran am Wochenende prognostiziert die Bank UBS, dass sich die Märkte bei einer Begrenzung des Konflikts wieder mehr mit wirtschaftlichen und politischen Fundamentaldaten beschäftigen werden, die in den nächsten zwölf Monaten für Aktiengewinne sprechen. Die Analysten der Dekabank weisen darauf hin, dass die globalen Zölle und Handelsbeschränkungen von der Weltwirtschaft besser verkraftet werden als erwartet.
Im Unternehmensbereich haben Analystenkommentare für Bewegung gesorgt. Bei Symrise sehen Experten von Jefferies den Heimtiernahrungssektor mit einer Abkühlung wichtiger Wachstumstrends konfrontiert, was sich negativ auf die Aktien auswirkte. Beiersdorf-Papiere verloren ebenfalls, da Analysten der US-Bank JPMorgan eine schwächere Entwicklung in der Konsumgüter-Sparte prognostizieren. Im Gegensatz dazu verzeichneten Aktien von Siemens Energy einen Anstieg, da die Deutsche Bank ein mögliches Aktienrückkaufprogramm und den Verkauf des Kompressionsgeschäfts erwartet.

