Deutsche Wirtschaft unter EU-Schnitt, chinesische Importe wachsen und globale Spannungen beeinflussen Märkte
Die jüngste Herbstprognose der Europäischen Kommission gibt der deutschen Wirtschaft Anlass zur verhaltenen Zuversicht. Für das Jahr 2026 wird in der Bundesrepublik ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,2 Prozent erwartet, was leicht unter dem EU-Durchschnitt von 1,4 Prozent liegt. Ebenso wird für die Eurozone eine Steigerung von 1,2 Prozent prognostiziert. Die jüngsten Daten aus Brüssel deuten jedoch darauf hin, dass die Erholung langsamer verläuft als in vielen anderen europäischen Ländern.
Parallel dazu trüben sich die Aussichten im deutschen Wohnungsbau ein. Der Geschäfts-klimaindex des Ifo-Instituts zeigt im Oktober einen Rückgang von minus 22,0 auf minus 23,0 Punkte. Unternehmen im Wohnungsbau sind demnach skeptischer hinsichtlich der Geschäfte in den kommenden Monaten. "Fehlende Aufträge bleiben ein zentrales Problem", betonte Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut.
In einem anderen wirtschaftlichen Brennpunkt meldet eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft, dass China seine Exportstrategie aufgrund von Zöllen seitens der USA anpasst. Der deutsche Markt wird mit günstigen chinesischen Waren "flutet", was die Importe um elf Prozent ansteigen und deren Preis um fast vier Prozent sinken lässt. Währenddessen sanken die Exporte von China in die USA um nahezu 16 Prozent, ein deutlicher Hinweis auf die Folgen der Handelskonflikte.
In Asien zeigt sich Japans Wirtschaft im Sommer schwächer, schrumpfte jedoch weniger stark als befürchtet. Das jährliche BIP ging um 1,8 Prozent zurück, wie Regierungsdaten zufolge. Trotz des Rückgangs hatten Ökonomen einen noch drastischeren Rückgang erwartet.
Die Wirtschaft der Schweiz hingegen trafen die US-Zölle hart, das BIP fiel um 0,5 Prozent im dritten Quartal im Vergleich zu Analystenerwartungen eines leichten Rückgangs.
Unterdessen warnte der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Luis de Guindos, vor möglichen Kursverlusten im Börsenhandel wegen überbewerteter US-Tech-Aktien und dem Hype um Künstliche Intelligenz. In den Vereinigten Staaten äußerte Fed-Vize Philip Jefferson Bedenken bezüglich der Risiken für den Arbeitsmarkt, stellte aber ebenso die potenzielle Gefahr einer ansteigenden Inflation in den Fokus.
Abschließend endete die Beschränkung für Rüstungsexporte nach Israel durch die deutsche Bundesregierung aufgrund des Gaza-Konflikts. Gleichzeitig verschaffte sich die polnische Regierung Gehör wegen eines vereitelten Anschlags auf eine Bahnlinie. Diese Vielzahl an wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen wird die Märkte in den kommenden Monaten unweigerlich prägen.

