Deutsche Wirtschaft kämpft mit Aufschwungsproblemen: Hoffnung schiebt sich ins Jahr 2026
Die deutsche Wirtschaft steckt nach wie vor im konjunkturellen Tief, wie der zum Jahresende gesunkene S-Finanzklima-Index der Deka klar zeigt. Zum zweiten Mal in Folge fiel der Index, der die Erwartungen und die Konjunkturse abbildet, und erreichte mit 95,3 Punkten erneut einen pessimistischen Wert. Reinhold Rickes, Chefökonom des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), prognostiziert eine mögliche wirtschaftliche Erholung erst im zweiten Halbjahr 2026.
Obwohl sich das Kreditklima durch das hohe Angebot verbessert hat, bleibt die Nachfrage weiterhin verhalten. Rickes betont, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland über Potenzial verfügt, sich aber der erhoffte Aufschwung aufgrund fehlender Strukturreformen weiterhin verzögert. Wenn auch handelspolitische Unsicherheiten, insbesondere aus den USA, die Konjunkturentwicklung beeinflussen, erwarten die Sparkassenchefs keinen drastischen Bruch.
An den Kapitalmärkten zeigt sich trotz der Unsicherheiten eine stabile Lage. Die Sparkassen-Vorstände rechnen nicht mit Turbulenzen und sehen keine Staatsschuldenkrise am Horizont. Auch die hoch bewerteten Technologieaktien verzeichnen keine hohe Korrekturwahrscheinlichkeit im nächsten Jahr. Langfristige Belebungsperspektiven für die deutsche Konjunktur sind bereits in den Erwartungen eingebaut, auch wenn die herausfordernden Umstände sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik bestehen bleiben.
Der Deka-S-Finanzklima-Index wird seit Herbst 2020 berechnet und ist ein wichtiger Stimmungsbarometer, der regelmäßig vom Handelsblatt und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX veröffentlicht wird. Trotz eines Höchststandes von 108 Punkten im zweiten Quartal, bedingt durch Hoffnung auf staatliche Investitionen, zeigt der aktuelle Rückgang auf pessimistisches Niveau die verhaltenen Erwartungen an die deutsche Wirtschaft.

