Deutsche Wirtschaft: Hoffnung auf 2027
Deutschland steht am Rand einer neuen Wachstumsphase, nachdem es in den Jahren 2023 und 2024 mit einem Rückgang von 0,9 Prozent beziehungsweise 0,5 Prozent in die Rezession geraten war. Auf Basis vorläufiger Daten des Statistischen Bundesamtes konnte im Jahr 2025 ein leichtes Wachstum von 0,2 Prozent verbucht werden. Dieser zarte Aufschwung wird durch massive staatliche Investitionen angetrieben, insbesondere in Infrastruktur und Verteidigung. Die Perspektiven für das Jahr 2026 sind ebenfalls verhalten positiv, da zusätzliche Arbeitstage durch günstig gelegene Feiertage ein Wachstum begünstigen könnten. Viele Ökonomen sehen jedoch erst für das Jahr 2027 eine deutliche Erholung, wenn die lockere Finanzpolitik und Investitionen voll zur Entfaltung kommen. Ein mögliches Risiko zeichnet sich allerdings durch die aktuelle Exportlage ab. Steigende US-Zölle, eine Aufwertung des Euros und die Konkurrenz aus China belasten die Exportwirtschaft erheblich. Die Exporte sind 2025 zum dritten Mal in Folge um 0,3 Prozent gefallen, und auch die Investitionsbereitschaft in Ausrüstungen und Bauvorhaben zeigt Schwächen. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen konnte das Staatsdefizit im vergangenen Jahr von 2,7 Prozent auf 2,4 Prozent reduziert werden, womit Deutschland weiterhin die Regeln des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts erfüllt. Das Defizit betrug rund 107 Milliarden Euro, was jedoch im Rahmen der zulässigen drei Prozent liegt.

