Deutsche und ukrainische Zusammenarbeit im Rüstungssektor: Ein strategischer Schulterschluss
Deutschland und die Ukraine haben beschlossen, ihre Rüstungskooperation künftig zu intensivieren. Angesichts der anhaltenden Bedrohung durch russische Drohnen- und Raketenangriffe bezeichnete Außenminister Johann Wadephul die Zusammenarbeit als 'echten Trumpf' und betonte den beidseitigen Nutzen dieser Kooperation.
Begleitet von Spitzenvertretern deutscher Rüstungsunternehmen traf sich Wadephul in Kiew mit seinem ukrainischen Amtskollegen Andrij Sybiha. Diese intensivere Kooperation erfolgt als logische Fortsetzung der bisherigen Materiallieferungen und bringt beide Nationen nach den Worten des Außenministers 'einen Schritt weiter'.
Während seines Besuchs, der zugleich sein erster in Kiew als Amtsinhaber war, standen Gespräche mit Wirtschaftsvertretern beider Länder sowie ein Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem Programm. Im Zentrum des Dialogs stand die Bitte Selenskyjs um zusätzliche Iris-T-Flugabwehrsysteme, die für die Verteidigung der ukrainischen Hauptstadt von wesentlicher Bedeutung sind.
Deutschland hatte bereits sechs dieser Systeme zur Verfügung gestellt und zehn weitere in Aussicht gestellt. Präsident Selenskyj äußerte seine Bereitschaft zur Ausweitung der Rüstungszusammenarbeit, was in den kommenden Tagen in der Schaffung von bis zu 20 neuen Partnerschaften münden könnte.
Wadephul zeigte sich optimistisch und hob die Win-win-Situation hervor: Deutsche Unternehmen sind bereits in der Ukraine tätig und umgekehrt sind ukrainische Firmen in Deutschland engagiert. Diese Kooperationen lassen beide Seiten von gegenseitigem Wissen und Erfahrung profitieren.
Der Besuch wurde überschattet von den jüngsten, massiven russischen Luftangriffen. Am schwer getroffenen Stadtteil Solomjanska kam es zu erheblichem Leid mit vielen Opfern, darunter auch eine deutsche Botschaftsmitarbeiterin, die von dem Angriff persönlich betroffen war.
Die Nacht zum Sonntag markierte mit über 500 Angriffen den bisher intensivsten Beschuss der Ukraine seit Kriegsbeginn. Trotz dieser Widrigkeiten betonte Außenminister Wadephul, dass die Freiheit und Zukunft der Ukraine oberste Priorität der Außenpolitik sei und sich Deutschland weiterhin mit aller Kraft für die Verteidigung des Landes einsetze.
Abschließend legte Wadephul einen besinnlichen Moment im Gedenken an die Opfer von Babyn Jar ein, dort, wo einst unzählige Juden dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer fielen.

