Deutsche Tiefbauunternehmen auf Erfolgskurs: Lichtblick trotz Herausforderungen
Die deutschen Tiefbauunternehmen stehen vor besseren Zeiten. Dies geht aus aktuellen Zahlen des Münchner Ifo-Instituts hervor, die einen saisonbereinigten Anstieg der Kapazitätsauslastung im März um 2,5 Punkte auf bemerkenswerte 72,6 Prozent offenbaren. Klaus Wohlrabe, Experte des Ifo-Instituts, beschreibt die Unternehmen als zunehmend ausgelastet. In den kommenden zwei Jahren könnte laut Prognosen sogar das bisherige Maximum von 80 Prozent überschritten werden.
Dieser positive Ausblick ist insbesondere auf den neuen Infrastrukturfonds des Bundes zurückzuführen, der die Nachfrage im Tiefbau, zum Beispiel im Straßenbau, ankurbeln dürfte. Allerdings bedarf die Kapazitätserweiterung erheblicher Investitionen und Zeit. Der auf zwölf Jahre ausgelegte Förderzeitraum bietet jedoch Planungssicherheit, was Investitionen in neue Kapazitäten begünstigen könnte.
Konträr hierzu zeigt sich der Hochbau von einer schwierigeren Seite. Die Auslastung hat sich dort stärker verschlechtert und liegt derzeit bei 62,1 Prozent. Der Hauptgrund ist ein Auftragsmangel im Wohnungsbau. Obwohl auch hier ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist, bleibt die Ausgangslage ungünstig.
Die Verlagerung von Ressourcen zwischen Hoch- und Tiefbau gestaltet sich schwierig, und lediglich bei weniger spezialisierten Tätigkeiten ist dies bisweilen möglich. Dies illustriert die herausfordernde Lage der Branche, die trotz der positiven Aussichten im Tiefbau keine kurzfristigen Lösungen für den Hochbau bietet.

